Party ja, Sexismus nein

Ad Girls starten Kampagne gegen sexuelle Belästigung auf Weihnachtsfeiern

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Das Key Visual der Kampagne ist ein Poster, das sich Agenturen auf der Website des Ad Girls Club herunterladen können
© Ad Girls Club
Das Key Visual der Kampagne ist ein Poster, das sich Agenturen auf der Website des Ad Girls Club herunterladen können
Wer kennt sie nicht, die Weihnachtsfeiern, bei der ein Kollege seinen Penis auspackt, um darauf Luftgitarre zu spielen? Der CEO seinen jungen Kolleginnen ganz ungeniert Sex-Fragen stellt? Die Kollegin sich hemmungslos betrinkt und dann auf der Tanzfläche sämtliche Hüllen fallen lässt? Klingt übertrieben? Tatsächlich sind diese und ähnliche Aussagen das Ergebnis einer Umfrage des Ad Girls Club zu den Erlebnissen von Mitarbeitenden bei Agenturfeiern.

Was für die einen nach einer gelungenen Party klingt, bereitet vielen anderen sehr großes Unbehagen. In der Ad Girls Club Studie 2022 haben mehr als 21 Prozent aller Befragten gesagt, sie hätten Angst vor sexueller Belästigung bei Agenturfeiern. Deshalb startet der Ad Girls Club eine Sensibilisierungskampagne, um rechtzeitig zu den Firmenweihnachtsfeiern auf dieses Thema aufmerksam zu machen.


Der Auftritt steht unter dem Motto "All we want for Christmas is a Party without sexism" und wird von den rund 50 Agenturen unterstützt, die das Manifest des Ad Girls Club gegen Sexismus in der Werbebranche unterzeichnet haben. Es geht darum, auf die Problematik allzu ausschweifender Feierlichkeiten aufmerksam zu machen und die Agenturen daran zu erinnern, dass sie für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zuständig sind. Neben einem Plakat, das sich jede Agenturen für ihre eigene Feier herunterladen kann, umfasst die Kampagne einen Leitfaden mit ganz konkreten Tipps, um Weihnachtsfeiern sicherer zu gestalten.

Die beiden Initiatorinnen Lisa Eppel und Isabel Gabor fordern die gesamte Branche zum Mitmachen auf, indem sie beispielsweise vor jeder Feier mindestens eine Ansprechperson definieren, an die sich Betroffene vor Ort wenden können. Zudem sollte jede und jeder, der sich belästigt fühlt, den Code "Ist Luisa hier?" kennen. Mit dieser Frage können sich Betroffene an das Barpersonal oder andere Dienstleister werden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe. Die Ad Girls empfehlen allen Agenturen im Vorfeld ihrer Feier eine E-Mail mit diesen und weiteren Richtlinien zu versenden.

Ihre eigene Kampagne verbreiten sie und alle teilnehmenden Agenturen auf ihren Social-Media-Kanälen. Sämtliche Social Media Assets können zudem auf der Website der Ad Girls heruntergeladen werden. Bei der visuellen Umsetzung der Kampagne ist das Team von der Illustratorin Julia Praschma unterstützt worden. bu

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