Opel-Pitch

Co-Etathalter Heimat steigt aus

Der Pitch bei Opel findet ohne Heimat statt
© Opel
Der Pitch bei Opel findet ohne Heimat statt
Vorige Woche war durch eine Meldung von HORIZONT bekannt geworden, dass der Autobauer Opel pitchen lässt. Zwar gibt es dafür nach wie vor keine Bestätigung, dennoch laufen sich die teilnehmenden Agenturen bereits warm – dem Vernehmen nach Scholz & Friends, Havas, Publicis und McCann. Nicht mehr mit ins Rennen wird dagegen wohl der bisherige Co-Etathalter Heimat gehen. Das verlautet aus informierten Kreisen. Die Agentur war bislang nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Dass Heimat bei Opel aussteigt, kommt nicht gänzlich überraschend. Die Zusammenarbeit hat für beide Seiten nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Die Omnicom-Tochter kümmerte sich zum einen um die sogenannte Always-on-Kommunikation, zum anderen sollte sie bei wichtigen Baureihenkampagnen gegen den anderen Stammbetreuer Scholz & Friends pitchen. Hier kam Heimat nicht so zum Zug wie erhofft. Von der Agentur war eigentlich nur die Einführungskampagne für den Grandland X zu sehen, die allerdings nach dem Abgang von Marketingchefin Tina Müller von ihrem Nachfolger Peter Küspert in der ursprünglichen Version gestoppt wurde und kurzfristig neu produziert werden musste - was man dem Ergebnis auch ansah.



Mit Küspert hatte sich Heimat zwischenzeitlich wohl arrangiert, zudem gab es auf der Ebene darunter engagierte Fürsprecher für die Zusammenarbeit mit den Berliner Kreativen. Mittlerweile ist Küspert aber nicht mehr an Bord. Sein Nachfolger Xavier Duchemin ist im PSA-Konzern groß geworden. Wie er zu den bisherigen Agenturpartnern steht, ist nicht bekannt.

Fest steht dagegen, dass unter dem neuen französischen Opel-Eigentümer der Rotstift regiert. Mit den bisherigen Sparmaßnahmen ist es gelungen, im 1. Halbjahr schwarze Zahlen zu schreiben – erstmals seit Jahren. Beobachter gehen davon aus, dass Opel künftig keine großen Summen in Markenkommunikation investiert und stattdessen verstärkt auf harte Abverkaufswerbung setzt. Dabei dürfte von einer Partnerschaft auf Augenhöhe, die für eine Agentur wie Heimat besonders wichtig ist, nicht viel übrig bleiben. Trotzdem kann den Verantwortlichen der Rückzug nicht leichtfallen. Schließlich geht dadurch ein Honorar in Millionenhöhe verloren und die Agentur wird sich von dem einen oder anderen Mitarbeiter trennen müssen. mam


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