Omnicom

Aus für die Marke Proximity - nur nicht in Deutschland

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Sue Nisbet ist Deutschland-Chefin von Proximity Worldwide
© BBDO Germany
Sue Nisbet ist Deutschland-Chefin von Proximity Worldwide
Die Bereinigung des Portfolios bei den internationalen Werbeholdings geht weiter. Nachdem zuletzt vor allem WPP Agenturen zusammengelegt oder abgestoßen hat, macht nun US-Wettbewerber Omnicom von sich reden. Der von CEO John Wren geführte Konzern schafft die Marke Proximity ab und dockt das Network bei der Schwesterfirma Rapp an. Auf den deutschen Markt soll dieser Schritt laut Auskunft von BBDO Germany, zu der Proximity hierzulande gehört, keine Auswirkungen haben.
Proximity hat eine vergleichsweise kurze, aber bewegte Geschichte hinter sich. Im Jahr 2000 als Digital- und CRM-Ableger von BBDO Worldwide gegründet, wurde das Network später Teil der Omnicom-Sparte DAS und deren Ableger Omnicom Precision Marketing Group. Zu ihr gehört auch Rapp sowie deren deutsche Tochter TLGG. Jetzt kommt auf internationaler Ebene die Fusion von Proximity und Rapp - unter der Führung von Rapp. Deren Chef Marco Scognamiglio wird CEO der neu formierten Gesamteinheit. Der bisherige Proximity-Chef Mike Dodds wird Europachef.


Als globlale Digitalmarke hat sich Proximity nie richtig durchsetzen können. Ihre Gründung stand beispielhaft für den Kurs von Wren, im Digitalgeschäft nicht über große Zukäufe, sondern aus eigener Kraft wachsen zu wollen. Mit der Übernahme durch die etablierte und international wohl auch erfolgreichere Marke Rapp findet die Geschichte von Proximity nun ein Ende, zumindest außerhalb Deutschlands.

Im hiesigen Markt soll die Marke weiter als Teil der deutschen BBDO-Gruppe erhalten bleiben. Die aktuelle Entscheidung habe "keinerlei Implikationen auf die Proximity und die BBDO Group Germany", teilt CMO Sebastian Schlosser auf Anfrage mit. In Deutschland war Proximity Worldwide zuletzt ohnehin etwas anders positioniert - weniger als Digital- und CRM-Ableger, sondern eher als Parallelmarke zur Stammagentur BBDO. Dort werden auch Kunden betreut, die man unter dem Label BBDO nicht betreuen will oder kann. Größter und wichtigster Auftraggeber ist aktuell der Tabakkonzern Imperial Brands. Die Agentur wird von CEO Sue Nisbet geführt, als ihr möglicher Nachfolger gilt Chief Client Officer Cornelius Kölblin.


Wie lange man mit Proximity einen deutschen Sonderweg gehen kann, bleibt abzuwarten. Eine Umfirmierung dürfte auch deshalb nicht ganz so einfach sein wie anderswo, weil es in Deutschland derzeit noch eine andere Eigentümerstruktur auf Gruppenebene mit Einzelgesellschaftern gibt. Mit ihnen befindet sich die Holding aktuell in einem Rechtsstreit. Zudem unterscheidet sich die Situation von der in anderen Märkten dadurch, dass die Marke Rapp hier nur mittelbar vertreten ist, nämlich durch die Tochterfirma TLGG in Berlin. Die frühere deutsche Rapp-Agentur heißt heute Track und ist Teil der DDB-Dachgesellschaft Lemon Group Services, die ebenfalls zum Werbekonzern Omnicom gehört. mam
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