O2 und Blau

Wunderman nimmt Ogilvy den CRM-Etat ab

CEO Joachim Bader und Strategiechefin Larissa Pohl freuen sich über den Gewinn des CRM-Etats von O2
© Wunderman
CEO Joachim Bader und Strategiechefin Larissa Pohl freuen sich über den Gewinn des CRM-Etats von O2
Es ist der erste große Etatgewinn, den die Agentur Wunderman unter Beteiligung der neuen Strategiechefin Larissa Pohl einfahren kann. Die WPP-Tochter sichert sich nach einem Pitch das CRM-Mandat der Mobilfunkmarke O2 von Telefónica. Das Nachsehen haben unter anderem der bisherige Etathalter Ogilvy und das Agenturnetzwerk BBDO Germany, das im vorigen Jahr den Werbeetat des Kunden gewonnen hat. Das Unternehmen bestätigt die Vergabe an Wunderman.
Der Auftrag umfasst die CRM-Betreuung für die Endverbrauchermarken O2 und die Discount-Schwester Blau. Laut Auskunft von Telefónica wurde der Etat turnusgemäß ausgeschrieben. Ogilvy war seit 2009 für die Bestandskundenkommunikation zuständig und muss das Mandat nun an die WPP-Schwester abgeben. Seinerzeit hatte unter anderem Larissa Pohl dazu beigetragen, dass Ogilvy den Etat gewann. Ganz verabschieden muss sich die Frankfurter Agentur allerdings nicht von dem Kunden: Das Team um CEO Chaichana Sinthuaree bleibt für die B-to-B-Kommunikation von O2 zuständig. Angaben zur Höhe des CRM-Etats machen die Beteiligten nicht. Dem Vernehmen nach geht es aber um ein Agenturhonorar von rund 2 Millionen Euro pro Jahr. "Neben der allgemeinen Expertise hat uns Wunderman insbesondere mit der Kompetenz für Datenanalyse und digitale Steuerung entlang der Customer Journey überzeugt", begründet Marketingchefin Sabine Kloos die Entscheidung für die neue Agentur. Die Agentur gibt das Kompliment zurück. "Der Auswahlprozess war anspruchsvoll und hat gezeigt, dass Telefónica das veränderte Kundenverhalten in der Digitalisierung versteht und sich der Transformation stellt", sagt Strategiechef Pohl.


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Außer dem bisherigen Etathalter Ogilvy dürften auch die Verantwortlichen bei BBDO Germany enttäuscht sein. Die Agenturgruppe hatte sich nach dem Erfolg im Pitch um den Werbeetat gute Chancen ausgerechnet, auch das CRM-Mandat zu gewinnen. Inwieweit der vor kurzem bekannt gewordene bevorstehende Führungswechsel bei der Omnicom-Tochter eine Rolle für die Entscheidung des Kunden gespielt hat, ist nicht bekannt. Zum 1. März übernimmt die bisherige Finanzchefin Marianne Heiß den CEO-Posten von Frank Lotze. Gleichzeitig wird der Kreativgeschäftsführer von BBDO Berlin, Till Diestel, Nachfolger von Wolfgang Schneider als Chief Creative Officer. Lotze und Schneider hatten vor kurzem angekündigt, von ihren Ämtern zurückzutreten. mam

Update: Eine Telefónica-Sprecherin erklärt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Etatvergabe und dem Personalwechsel bei BBDO Germany gegeben hat.
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