New York Festivals

Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan räumen ab und trotzen der Krise

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Grand Prix für den BMW-Spot "The Small Escape" von Jung von Matt
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Grand Prix für den BMW-Spot "The Small Escape" von Jung von Matt
Bei den New York Festivals ist Deutschland wie schon im vergangenen Jahr die erfolgreichste Teilnehmernation. Einsendeschluss für den Kreativwettbewerb war bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie, weshalb viele Agenturen sich hier noch rege beteiligt hatten. Besonders erfolgreich: Scholz & Friends, Serviceplan und Jung von Matt, die je einen Grand Prix gewinnen.
Jung von Matt wird diese besondere Ehre für den BMW-Spot "The small Escape" zuteil, Scholz & Friends wird einmal mehr für das "Tampon Book" im Auftrag von The Female Company geehrt und Serviceplan für "Dot Translate" in Kooperation mit Dot Inc. Insgesamt gehen 140 Preise auf das Konto deutscher Agenturen, darunter sind 23 studentische Beiträge. Mit insgesamt 24-mal Edelmetall ist Scholz & Friends die erfolgreichste deutsche Agentur, gefolgt von Serviceplan mit 23 und Jung von Matt mit 20 Trophäen.
Neben den drei genannten Agenturen zählt auch die Accenture-Tochter Kolle Rebbe zu den großen Abräumern im Big Apple. Sie holt wie Jung von Matt insgesamt 20 Preise, darunter ist allerdings nur einmal Gold. Die folgenden deutschen Agenturen stehen außerdem auf der Gewinnerliste: BBDO (7), DDB Germany (3-mal Edelmetall), Grabarz & Partner (3), Havas (1), Heimat (6), Innocean (2) MRM, (1), Ogilvy (3), Philipp und Keuntje (3) und Thjnk (1). Bei den Hochschulen haben es die Filmakademie Baden-Württemberg (11-mal Edelmetall), die HFF München (9) und die Miami Ad School Europe (3) aufs Siegertreppchen geschafft.

Generell war die Jury rund um Jurypräsident Alex Schill, Global Chief Creative Officer der Serviceplan-Gruppe, strenger als im Vorjahr. Insgesamt wechselten 462 Trophäen den Besitzer. Im Vorjahr waren es 534 Preise. Das Edelmetall verteilt sich wie folgt: einmal Best-of-Show, zehnmal Grands Prix, 87-mal Gold, 176-mal Silber und 188-mal Bronze. Über den Best-of-Show Award können sich die japanische Agentur Hakuhodo und ihr Kunde, der Autoteilehersteller JMS, freuen. Prämiert wurde die Kampagne "10 Sec. Drama: The Stop Line of Love."


Wie bei vielen anderen Award Shows mussten auch die Juroren der New York Festivals auf ihr Jurytreffen verzichten und die Trophäen stattdessen im Rahmen einer Video-Konferenz vergeben. Jurypräsident Schill kann diesem Prozedere durchaus Vorteile abgewinnen: "Durch die Tatsache, dass die Juroren alle über die Welt verteilt in unterschiedlichen Zeitzone saßen, gab es grundsätzlich weniger Diskussionen. Das ist spannend, weil weniger hoch- oder runtergequatscht werden konnte. Sondern die ursprüngliche und spontane Wahl aller Juroren im Einzelnen mehr Gewicht hatte."

Die aktuelle Corona-Situation habe die Jurierung nur insofern beeinflusst, als die Kreativen laut Schill noch weniger Lust hatten, Arbeiten auszuzeichnen, die ganz offensichtlich nur für Awards produziert wurden und nie in der echten Welt angekommen sind. "Durch die Krise wird die ganze Welt wieder ein bisschen mehr auf die Wahrhaftigkeit der Dinge achten. Das gleiche passiert auch beim Jurieren. Man konzentriert sich mehr auf das Wesentliche als auf Spielereien. Das tut gut."


Zwar gebe es bei den großen Gewinnern wieder eine Tendenz zu Arbeiten, die versuchen, Gutes zu tun und wenig reine Produktkampagnen, Schill ist aber überzeugt davon, dass sich das stark verändern wird. "Marken werden sich wieder mehr direkt um ihre Kunden kümmern müssen und weniger damit beschäftigen, wie sie die Welt auf der anderen Seite der Erdkugel retten können." bu
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