Neugründung

Tim Stübane, Franka Mai und Mirko Stolz gründen The Goodwins

Haben sich mit The Goodwins selbständig gemacht: Mirko Stolz, Franka Mai und Tim Stübane (v.l.)
© The Goodwins
Haben sich mit The Goodwins selbständig gemacht: Mirko Stolz, Franka Mai und Tim Stübane (v.l.)
Berlin ist um eine Werbeagentur reicher: Der ehemalige Kreativgeschäftsführer von Ogilvy Berlin Tim Stübane hat sich zusammen mit zwei Partnern selbstständig gemacht. The Goodwins heißt die Agentur, die er mit Franka Mai, zuletzt Strategiechefin von Ogilvy Berlin, und Mirko Stolz, ehemaliger Geschäftsführer Kreation von BBDO Berlin, gegründet hat.

Der Name ist Programm: The Goodwins soll nicht einfach irgendeine weitere kleine Kreativagentur sein, sondern will dazu beitragen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Das gilt sowohl in eigener Sache als auch in Bezug auf die Kunden. The Goodwins will Marken erfolgreich machen, die einen guten Lebensstil unterstützen beziehungsweise eine bessere Alternative zum Status Quo im Hinblick auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Fairtrade sind. Dabei versteht sich das Team weniger als CSR-Agentur, wenngleich das auch Teil des Portfolios ist. Es geht darum, "gute" Marken mit "bestmöglicher Kommunikation zu unterstützen, damit sie maximal populär werden", so die offizielle Ansage des Trios zum Launch ihres Unternehmens.



Andere Wege wollen die drei Grüner auch in Bezug auf ihre interne Arbeitsweise gehen. Flexible Arbeitszeiten seien selbstverständlich - tatsächlich würde bei The Goodwins fast die Hälfte des Teams, das mit sieben Personen noch recht überschaubar ist, nur vier Tage in der Woche arbeiten. Alle sind monetär am Erfolg der Agentur beteiligt, die zehn Prozent des jährlichen Gewinns in ein soziales Projekt investieren will, dass sie selbst kreiert und betreut ("The Goodone"). Außerdem soll es flache Hierarchien in der neuen Agentur geben. Hier dienten amerikanische Anwaltsfirmen als Vorbild: Für jedes Projekt gibt es maximal zwei Hierarchieebenen, eine seniorige und eine juniorige, mit direktem Kontakt zum Kunden.

Es gibt auch bereits einen Startkunden, den das Trio aber noch nicht nennen will. Nur soviel: Es sei ein Mittelständler und zugleich Weltmarktführer, für den The Goodwins an einer globalen, integrierten Kampagne arbeitet, die gegen Ende des ersten Quartals 2019 starten wird.


Stübane, Mai und Stolz wollen die gesamte Klaviatur der Kommunikationsdienstleistungen bespielen und sich nicht in eine Schublade stecken lassen. Sie verstehen sich als Agentur, die Content schafft. Wobei Content laut ihrem Verständnis alles sein kann: von der integrierten Kampagne über Social Media bis hin zur PR-Idee. Hauptsache das Ergebnis ist so gut, dass Menschen es gerne in ihr Leben aufnehmen und eventuell sogar teilen. In diesem Anspruch ähneln sie anderen jungen Kreativagenturen wie Überground und Lure Media. Was ihren Anspruch an Kommunikation für eine bessere Gesellschaft betrifft, liegen sie auf einer Wellenlänge mit der Neugründung Brinkert Metzelder.

Alle genannten Player haben für sich eine Nische jenseits der Networks und Dickschiffe gefunden, weil sie an den Bedarf an neuen Modellen glauben. So auch The Goodwins, die von sich sagen, sie "wollen den Großen das Wasser abgraben" - das gilt sicherlich nicht nur im Hinblick auf ihre zukünftigen Kunden, sondern auch für die eigene Positionierung im Markt.

Das drei Jungunternehmer blicken allesamt auf Karrieren in klassischen Kreativagenturen zurück: Stübane war rund siebeneinhalb Jahre bei Ogilvy und gehört mit mehr als 300 Kreativ- und Effektivpreisen zu den meist ausgezeichneten Kreativen Deutschlands. Weitere berufliche Stationen von ihm sind DDB, Jung von Matt und Scholz & Friends. Stolz war vor seiner Zeit bei BBDO Berlin acht Jahre lang im Ausland tätig. In seinem Lebenslauf finden sich renommierte Adressen wie Crispin Porter & Bogusky in Boulder, Göteborg und London sowie Ogilvy New York. Seine Karriere startete er bei Jung von Matt. Mai wiederum ist seit zehn Jahren im Bereich Creative Planning tätig. Neben Ogilvy zählen Heimat und DDB zu ihren früheren Arbeitgebern. bu

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