Neues Ressort

Larissa Pohl kümmert sich im GWA um das Thema Diversität

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Larissa Pohl steht an der Spitze der fusionierten Agenturgruppe
© Wunderman Thompson
Larissa Pohl steht an der Spitze der fusionierten Agenturgruppe
Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA hatte es bereits angekündigt: Die Themen Gleichstellung, Diversität und Inklusion bekommen ein eigenes Ressort innerhalb des Verbands. Jetzt steht auch fest, wer für diesen Bereich verantwortlich ist: Larissa Pohl. Die GWA-Vizepräsidentin und Chefin von Wunderman Thompson wird für ihren neuen Arbeitsbereich zum Ende des Jahres ihr erfolgreiches Engagement rund um das GWA-Flaggschiff Effie aufgeben.
Als erste Maßnahme will Pohl eine Grundlagenstudie anstoßen, in der Echtzeitdaten darüber verfügbar sind, wie es aktuell um die Mitarbeiterstruktur in Agenturen bestellt ist. Ein unabhängiges Institut soll die Studie begleiten, bei der Agenturen ihre Mitarbeiterdaten anonym zur Verfügung stellen können. Tatsächlich wären valide Daten hilfreich, um einschätzen zu können, wie realistisch beispielsweise die vergangene Woche angekündigte Frauenquote von Scholz & Friends ist. Die Agentur will bis Ende 2022 die Hälfte aller Positionen in den obersten vier Führungsetagen mit Frauen besetzen. Wie viel Arbeit ihr dabei noch bevorsteht, ist noch nicht bekannt. Lediglich im Partnerboard sind die Zahlen offensichtlich: Nachdem das Top-Management erst kürzlich mit Catherine Gaudry und Christiane Stöhr um zwei Frauen erweitert wurde, stieg die Quote von zehn auf 25 Prozent.

Im GWA soll es nicht nur um Gender-Themen gehen, sondern generell um Diversität. Dazu gehört auch die Frage, wie es mit älteren Mitarbeitern in der Agenturszene bestellt ist und wie es in den Führungsetagen mit Vertretern unterschiedlichen Ethnien aussieht. Ob sich daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Agenturszene ableiten lassen, wird sich zeigen. Wie wichtig das Engagement generell ist, hat die jüngste Debatte gezeigt, die sich rund um einen Anfang August erschienenen Zeit-Artikel entbrannt hat. Darin sah sich die Agentur Scholz & Friends mit Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Auch wenn sich die Redakteurin in ihrem Beitrag auf die WPP-Tochter konzentriert hat, sind die in dem Artikel geschilderten Vorkommnisse sicherlich kein Einzelfall. Scholz & Friends hat prompt darauf reagiert: Zunächst mit der bereits erwähnten Berufung von zwei weiteren Frauen ins Partnerboard, anschließend mit der Ankündigung einer Frauenquote, die Teil eines Aktionsplans für mehr Diversität, Gleichstellung und Inklusion ist.
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Für viele wirken die Maßnahmen wie ein geschickter PR-Schachzug zur Schadensbegrenzung. Damit tut man der Agentur wahrscheinlich unrecht, denn die in dem Aktionsplan beschriebenen Maßnahmen zur Förderung von Fach- und Führungskräften und Sensibilisierung für Themen rund um Diskriminierung sind nur mit festgeschriebenen Regeln und Prozessen zu realisieren, die einen umfassenden Change-Prozess erfordern. Im Zuge dessen müssen Auswahlprozesse, Kommunikation, Wertegerüst und vieles mehr überprüft und wahrscheinlich überarbeitet werden. Dazu sagt Frank-Michael Schmidt, CEO Scholz & Friends: "Der heute verkündete Aktionsplan drückt den Anspruch von Scholz & Friends aus, bei den Themen Diversität und Gleichstellung Maßstäbe zu setzen. Mit unserem weitreichenden Maßnahmenpaket wollen wir eine systemische, nachhaltige und zukunftsweisende Antwort auf die Diskussionen der vergangenen Wochen geben. Werte dürfen nicht Worte bleiben. Deshalb haben wir konkrete und verbindliche Entscheidungen getroffen, an denen wir uns messen lassen." bu
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