Neuer CEO

WPP bestätigt Ernennung von Mark Read

Mark Read ist ab sofort CEO von WPP
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Mark Read ist ab sofort CEO von WPP
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Seit Ende voriger Woche ist es bekannt, jetzt folgt die offizielle Bestätigung: Mark Read wird neuer CEO von WPP. Die weltweit größte Werbeholding erklärt via Pressestatement, dass Read mit sofortiger Wirkung an die Spitze des Unternehmens rückt. Die Ernennung erfolgt einen Tag vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen am morgigen Dienstag.
Nach dem Ausstieg von Gründer Martin Sorrell, der WPP im April nach Vorwürfen persönlichen Fehlverhaltens überraschend verlassen hatte, führte Read die Gruppe zuletzt als Co-COO zusammen mit Andrew Scott. Jetzt übernimmt er die alleinige Führung, Scott bleibt COO. "Wir haben ein strenges Auswahlverwahren durchgeführt und interne sowie externe Kandidaten bewertet. Dieser Prozess hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Mark der richtige Anführer für dieses Unternehmen ist", sagt Chairman Roberto Quarta. Er hatte eine Headhunting-Firma mit der Suche nach einem neuen CEO beauftragt, die auch außerhalb des Konzerns nach geeigneten Kandidaten Ausschau hielt. Am Ende haben sich die Verantwortlichen aber für die interne Lösung mit Read entschieden.


Der 51-Jährige kennt das Unternehmen aus dem Eff-Eff. Er fing dort vor fast 30 Jahren an und kehrte nach einer Zwischenstation bei Booz Alllen & Hamilon (1995 bis 2002) zu WPP zurück. Read verantwortet unter anderem das Digitalgeschäft, später rückte er an die Spitze des Dialog- und Digitalagenturnetzwerks Wunderman. Spätestens seitdem er die operative Verantwortung bei Wunderman übernahm, galt er als möglicher Nachfolger von Sorrell. "Unsere Branche befindet sich in einer Phase des Strukturwandels und nicht des strukturellen Niedergangs. Wenn wir diesen Wandel annehmen, können wir auf eine aufregende und erfolgreiche Zukunft blicken", sagt der neue CEO.

Als Kernaufgaben für sich und seine Managementkollegen hat Read ausgemacht, "das volle Potenzial, das im Unternehmen vorhanden ist, zum Nutzen unserer Kunden freizusetzen, unsere Transformation zu beschleunigen und unser Angebot zu vereinfachen sowie WPP für ein stärkeres Wachstum zu positionieren". Vor allem die Frage, wie er den Konzern umbauen und das Angebot vereinfachen will, verfolgen Beobachter mit großem Interesse. Zuletzt gab es immer wieder Spekuationen, dass sich die Holding von Teilen des Portfolios trennen könnte. In diesem Zusammenhang fiel mehrfach der Name der Marktforschungssparte Kantar. Bislang hat Read solchen Spekulationen allerdings eine Absage erteilt.


WPP steht seit einiger Zeit unter Druck. Nach vielen Jahren des Wachstums hat das Unternehmen zuletzt Umsatz verloren. 2017 war für den Konzern das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise 2008/09. Die Aktien haben deutlich an Wert verloren. Die Vorzeichen stehen also auf Sparen. Das gilt auch für die Konditionen, zu denen Read beschäftigt wird. Während sein Vorgänger zu den bestbezahlten Managern Europas gehörte und in der Spitze auf ein Jahresgehalt (inklusive aller Bonuszahlungen) von 90 Millionen Euro kam, muss sich der neue CEO mit wesentlich weniger begnügen. Sein Festgehalt beträgt 975.000 Pfund (aktuell rund 1,1 Millionen Euro). Bei entsprechenden Ergebnissen ist zudem ein Jahresbonus von 250 Prozent des Festgehalts möglich, mindestens 40 Prozent davon in Aktien. Zudem gibt es ein langfristig angelegtes Incentive-Programm, das Read bis zu 350 Prozent seines Festgehalts in Aussicht stellt.

Anders als bei seinem Vorgänger enthält der Vertrag eine Wettbewerbssperre sowie das Verbot, Kunden oder Mitarbeiter von WPP abzuwerben. Bei Sorrell fehlten diese Vereinbarungen, sodass es ihm möglich war, unmittelbar nach dem Ausscheiden bei WPP die Firma S4 Capital zu gründen, die WPP Konkurrenz macht. Für Unmut bei seinem früheren Arbeitgeber sorgte beispielsweise, dass Sorrell die niederländische Agenturgruppe Media Monks gekauft hat. An ihr war auch WPP interessiert. mam
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