Neue Chefin für Edelman

Christiane Schulz meldet sich zurück

Christiane Schulz ist ab November CEO von Edelman Deutschland
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Christiane Schulz ist ab November CEO von Edelman Deutschland
Ende April war Christiane Schulz als Deutschland-Chefin der PR-Agentur Weber-Shandwick zurückgetreten. Damals war noch unbekannt, wohin es sie zieht. Jetzt ist klar, welche neue Aufgabe die erfahrene Kommunikationsexpertin übernimmt. Im November startet sie als CEO von Edelman Deutschland. In dieser Rolle trägt sie die Verantwortung für alle Geschäfte des inhabergeführten US-Networks im deutschsprachigen Raum. Sie berichtet an Europa-Chefin Carol Potter.
Bei Weber-Shandwick war Schulz, die auch an der Spitze des Branchenverbands GPRA steht, nicht zuletzt wegen Differenzen mit dem dortigen neuen Europa-Management ausgeschieden. Dem Vernehmen nach wollte die Zentrale Vorgaben machen, die Schulz nicht bereit war mitzutragen. Bei Edelman agiert sie jetzt zwar auch wieder in einem internationalen Netzwerk, allerdings in einem, das nicht einer der großen Werbeholdings gehört, sondern der Inhaberfamilie. Vor ihrer Zeit bei der Interpublic-Tochter Weber-Shandwick (seit 2013) war die Managerin für die Omnicom-Agentur Ketchum Pleon tätig. Davor arbeitete sie bei der Landesbank Baden-Württemberg.


"Edelman intensiviert in Deutschland seinen Beratungsansatz und setzt auf hochkarätige Personalien. Wir sind hocherfreut, Christiane Schulz Ende des Jahres bei uns zu begrüßen. Sie bringt  einen reichen Erfahrungsschatz mit und hat ambitionierte Pläne, die zu uns passen", sagt Europa-Chefin Potter. Die Agentur hat sich zuletzt nicht sonderlich dynamisch entwickelt. Laut "Pfeffer-Ranking" konnte Edelman im Jahr 2018 in Deutschland um 0,5 Prozent auf einen Honorarumsatz von rund 30 Millionen Euro zulegen - bei einem Gesamtwachstum des Marktes von durchschnittlich knapp 5 Prozent.

Der bisherige CEO Ernst Primosch hatte die Agentur Mitte des Jahres verlassen. Er war nur knapp ein Jahr im Amt. Aus dem Umfeld der Agentur verlautet, dass sein Abgang nichts mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Edelman zu tun habe. Er selbst erklärte bei seinem Ausstieg, dass man während seiner Amtszeit "Beispielloses" erreicht habe. Edelman hatte 2015 die Agentur Ergo übernommen und war lange mit der Integration beschäftigt. Network-Chef Richard Edelman hatte im Hinblick auf diesen Deal zuletzt von einem "enttäuschenden Ergebnis" gesprochen.


Primoschs Nachfolgerin Schulz soll die Agentur weiterentwickeln und wieder in die Erfolgsspur führen. "Ich sehe großes Potenzial für uns in Deutschland, und es wird nun meine Aufgabe sein, dieses zu heben", sagt die designierte Chefin. Sie führt die rund 300 Mitarbeiter starke Firma von deren Berliner Büro aus. Zudem gibt es Niederlassungen in Frankfurt, Hamburg und Köln. mam
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