Nachruf

So emotional verabschieden sich langjährige Weggefährten von Klaus Funk

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Klaus Funk ist gestorben
© Studio Funk
Klaus Funk ist gestorben
Die Nachricht von Klaus Funks Tod hat Anfang dieser Woche die Werbebranche erschüttert. Viele langjährige Weggefährten haben in den sozialen Medien Abschied von dem Audio-Profi genommen. Aus den zahlreichen Beileidsbekundungen geht hervor, dass er ein Mann mit großem Humor, sehr viel Lebensfreude und unermüdlichem Tatendrang gewesen ist. Für viele war er nicht nur ein Vorbild und Mentor, sondern auch ein guter Freund, der eine schmerzliche Lücke hinterlässt.

Funk hat mit seinem Audio-Unternehmen Studio Funk nicht nur Maßstäbe im Bereich Radio- und Audiowerbung gesetzt, sondern sich auch darüber hinaus für die Werbe- und Kreativbranche engagiert. Die Mitglieder des Art Directors Club für Deutschland (ADC) haben bereits auf ihrer Hauptversammlung im Herbst beschlossen, ihn dieses Jahr für sein Lebenswerk zu ehren. Auch bei den Cannes Lions spielte Funk eine wichtige Rolle: Neben dem deutschen Cannes-Repräsentanten Weischer Media gehörte er mit Studio Funk zu den Ausrichtern des legendären German Beach - dem wichtigsten Networking-Event der deutschen Kreativszene.


Weischer-Geschäftsführer Florian Weischer verabschiedet sich mit einem emotionalen Brief von seinem "langjährigsten und wertvollsten Partner bei den Cannes Lions". Für den ADC findet sein langjähriger Branchenkollege und Weggefährrte HP Albrecht, Kreativchef der Münchner Agentur Wunderwaffe, die passenden Worte für den "Namensgeber von Funkspot", der vor allem eines war: "ein außergewöhnlicher Mensch".

Florian Weischer zum Tod von Klaus Funk

Lieber Klaus,
wenn ich eine Gelegenheit hätte, Dir noch einen letzten Brief zu schreiben, würden diese Dinge darin stehen. Mit Dir haben wir unseren langjährigsten und wertvollsten Partner bei den Cannes Lions verloren. Du warst über so viele Jahre mit dabei, für alle deutschen (und internationalen) Teilnehmer eine Heimat in Cannes zu schaffen, Punkte der Begegnung mit Freunden und Geschäftspartnern. Ein German Beach ohne Dich ist kaum denkbar. Dein Optimismus, Deine Tatkraft und Deine Entschlossenheit, das Richtige zu tun, habe ich immer bewundert. Bei jeder zu treffenden Entscheidung, egal wie spontan sie auch war, hattest du stehts die Lösung vor Augen und hast gesagt „Komm, wir machen das!“ Dafür sind wir alle hier bei Weischer Dir zutiefst dankbar. Wenn in all dem Gewusel von Menschen und Themen ein Ort der Besinnung nötig war, habe ich das Gespräch mit Dir gesucht und schnell war die Welt wieder in Ordnung. Das wird mir persönlich sehr fehlen. Ich bin froh, dass es bei Euch auch in der Familie weitergeht und Ihr so tolle Menschen habt, die Studio Funk in Deinem Sinne fortführen werden. Das kannst Du entspannt sehen. Deine Lebensfreude war auch für uns Motivation und Inspiration. So gesehen ist es ganz gut, dass wir in diesem Jahr nicht selbst zu den Cannes Lions fahren. Es wäre schwer zu ertragen gewesen, alle diese Plätze ohne Dich wieder zu sehen. Aber wie schön, dass wir das alles hatten. Und genossen haben wir es. Wir werden auf Dein Wohl trinken, wenn es wieder soweit ist. 
Dein Cannes-Partner und Freund, Florian

HP Albrecht zum Tod von Klaus Funk

Der Funk ist tot. Funk? Tot? Ich dachte, Audio boomt gerade? Aber der Namensgeber von Funkspots – Klaus Funk – ist letzten Sonntag gestorben.

Was Klaus Funk für die Radiowerbung geleistet hat, ist Legende. Mit Klaus verlieren wir aber nicht nur den erfolgreichsten Audio-Mann Deutschlands, Europas, der Welt? Sondern vor allem einen außergewöhnlichen Menschen.

Ein Mensch, der Menschen gefördert, gefordert, geliebt hat. Treu wie ein Felsen. Was mit Gegentreue beantwortet wurde und wird. Top-Mitarbeiter, die seit 35 Jahren für und mit Klaus Funk arbeiten? Gibt’s. Die werden, durchgeimpft mit Klaus‘ DNA, Studio Funk noch weitere 35 Jahre in seinem Sinn im Topranking halten. Weil Klaus das so will.

Denn Klaus konnte ein Dickschädel sein, überaus ein liebenswürdiger. Knausrig – nein, spitz kalkulierend - und gleichzeitig großzügig. Klaus war im Stande, ganz kleines Karo zu zeichnen und dabei immer das große Ganze im Blick zu behalten. Nie lauwarm, immer 150 Prozent. In allen Lebenslagen.

Warum müssen die härtesten Banker mit den Tränen kämpfen, wenn sie von seinem Tod erfahren? Warum sind die toughsten Kunden und Mitbewerber so erschüttert und geschockt? Familie & Mitarbeiter & Freunde sowieso. Weil Klaus Funk, der Treiber der Tonbranche, nicht nur im Business so großen Erfolg hatte, sondern auch im Zwischenmenschlichen. Sein teilweise – sorry – furztrockener Humor, seine Lust am Leben, seine Freude am Genießen.

Klaus konnte sich köstlich über seine eigenen Witze amüsieren. Witze, die er gerne öfter, erzählte. Dann aber immer wieder so wunderbar "produziert" und gesprochen, dass man immer wieder lachen musste. "Isso".

Auch seine Lebensweisheiten wiederholte er ebenso oft wie gerne. Etwa den Hinweis, man müsse aus 1+1 Drei machen. Sein Sohn Alex gestand mir, dass er nach tausendfacher Wiederholung das Erbe annimmt und den Satz jetzt auch lebt.

Klaus zelebrierte auch die Liebe zum Detail. In allen Job- und Lebenslagen. Gilt für Sprecher:innen wie für die Karottensuppe. Dieses vegane Gericht sollte es zur Weihnachtsfeier geben. Klaus und vegan!!! Aber weil auch dieses Detail stimmen musste, hat er persönlich Karotten gecastet. Am Isemarkt. Und die Krabben für die Berliner ADC-Frühstückseinladungen hätte er am liebsten selbst aus der Nordsee getaucht. Aber so hat er sie wenigstens selbst an Ort und Stelle verprobt und abgeholt.

Die Arbeit von Klaus und seinem Team wurde mit unzähligen Preisen gewürdigt. Er selbst hatte die Ehre, Teil der allerersten Radio-Jury in Cannes zu sein. Über die Ehre, von den ADC-Mitgliedern für sein Lebenswerk ausgezeichnet zu werden hat er sich sehr, sehr, sehr gefreut. Weil er eben das totale Gegenteil eines arroganten Werbearsches war.

Jetzt sorgt Klaus Funk unter den himmlischen Scharen für den guten Ton. Da Studio Funk immer das Band mitlaufen lässt, konnte man in eine erste Session mit dem lieben Gott reinhören.

Klaus zum lieben Gott: "Sitzen Sie oder stehen Sie?"
Gott: "Ich sitze. Und zu meiner Linken..."
Klaus: "Bitte aufstehen."
Gott: "Wie bitte?"
Klaus: "Aufstehen. Dann haben Sie eine deutlich bessere Sprechstimme. Mehr Autorität. So. Dann gehen wir mal die Situation durch. Stellen Sie sich Ihre Rolle mal vor. Sie sind der liebe Gott...."
Gott: "Mit Verlaub ich bin der liebe Gott."
Klaus: "Jaja. Die Situation: Sie haben die Welt erschaffen und sind mit der Gesamtsituation nicht so zufrieden..."
Etc. etc. Nach 15 Minuten der erste Take. Wir befinden uns mittlerweile in Take 43. 
Klaus: "Ja. Beinahe gut......und jetzt geben Sie mir mal Ihre Geburtstagsfassung."

Klaus pflegte sich am Telefon mit den Worten: "Alles klar. Dann leg Dich wieder hin, Alter" zu verabschieden. Jetzt hat er sich hingelegt. Leider für immer. Klaus, das hast Du missverstanden. Du fehlst uns. 

2 Kommentare Kommentieren

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Pit Kho
    Erstellt 23. April 2021 12:08 | Permanent-Link

    Lieber Florian, lieber HP, was für wunderbare Abschiedsworte und Geschichten ihr als dauerhafte Erinnerung an Klaus verfasst habt. Danke dafür. Klaus hätte es sehr geliebt, eure Fassung aber, befürchte ich ebenso sehr, leider auch abgelehnt: es hätte so niemals nicht in 30 Sekunden gepasst!
    Gruß
    Pit

  2. Pit Kho
    Erstellt 23. April 2021 12:08 | Permanent-Link

    Lieber Florian, lieber HP, was für wunderbare Abschiedsworte und Geschichten ihr als dauerhafte Erinnerung an Klaus verfasst habt. Danke dafür. Klaus hätte es sehr geliebt, eure Fassung aber, befürchte ich ebenso sehr, leider auch abgelehnt: es hätte so niemals nicht in 30 Sekunden gepasst!
    Gruß
    Pit

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