Nach Vorlage schwacher Quartalszahlen

Publicis-Aktien stürzen ab

Keine guten Zeiten für Publicis-Chef Arthur Sadoun
© Arthur Delloye
Keine guten Zeiten für Publicis-Chef Arthur Sadoun
Die französische Werbeholding Publicis hat enttäuschende Zahlen für das 3. Quartal vorgelegt. Der um Zukäufe, Akquisitionen und Währungseffekte bereinigte Umsatz ging um 2,7 Prozent zurück. In der Neun-Monats-Bilanz ergibt sich dadurch ein Minus von 1,4 Prozent. Angesichts dieser schwachen Entwicklung sieht sich Konzernchef Arthur Sadoun gezwungen, die Prognose für das Gesamtjahr zu senken. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatzrückgang von rund 2,5 Prozent.

Die trübe Ausblick schickt die Publicis-Aktien auf Talfahrt. Sie büßten im Laufe des Tages bis zu 14 Prozent ihres Wertes ein. In ihrem Sog verloren auch andere Marketing- und Medienwerte deutlich, beispielsweise Wettbewerber WPP mehr als 4 Prozent. CEO Sadoun begründet die Bilanz mit "Transitionskosten", die größere negative Auswirkungen auf das 3. Quartal hatten als erwartet. Auf die Gewinne soll das allerdings nicht durchschlagen. So rechnet Publicis weiter mit einer operativen Marge von 17,3 Prozent. Große Hoffnungen richten sich vor allem auf die weitere Integration des CRM-Dienstleisters Epsilon, den Publicis im Frühjahr für eine Rekordsumme von mehr als 4 Milliarden US-Dollar erworben hat.



In Finanzkreisen kursieren inzwischen allerdings Spekulationen über eine mögliche Übernahme von Publicis. Als ein Kandidat für den Erwerb von Anteilen gilt der französische Vivendi-Konzern, zu dem die Agenturgruppe Havas gehört. Solche Gerüchte gab es bereits im Frühjahr nach einem entsprechenden Analysten-Bericht. Publicis hat unterdessen die Erwartungen für das kommende Jahr heruntergeschraubt. Rechnete man für 2020 bislang mit Umsatzzuwächsen in Höhe von 4 Prozent, nennt der Konzern nun eine Spanne für den organischen Umsatz von minus 2 bis plus 1 Prozent.

Mit Schwierigkeiten hat die Gruppe, wie auch Wettbewerber WPP, unter anderem in den USA zu kämpfen. Hier ging der Umsatz im 3. Quartal um 3,6 Prozent zurück, in Deutschland fiel der Umsatz in diesem Zeitraum sogar um 5,3 Prozent. Für die ersten neun Monate ergibt sich im deutschen Markt ein Umsatzminus von mehr als 8 Prozent.


Publicis steht hierzulande vor einem größeren Umbau. Es wird damit gerechnet, dass die operativen Agentureinheiten weiter zusammenrücken beziehungsweise wo es geht zusammengelegt werden. Auch Media und Kreation sollen strukturell enger verzahnt werden. Mitte der Woche wurde bekannt, dass Andrea Albrecht, hiesige Chefin der Publicis-Tochter Leo Burnett, das Unternehmen verlässt. mam  

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