Nach guter Jahresbilanz

IPG-Chef Michael Roth warnt vor Preiskämpfen

Interpublic-Chef Michael A. Roth freut sich über gute Zahlen
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Interpublic-Chef Michael A. Roth freut sich über gute Zahlen
Die US-Werbeholding Interpublic präsentiert starke Zahlen. Im Schlussquartal 2018 ist die Muttergesellschaft von Agenturen wie McCann, FCB, Initiative und UM auf organischer Basis um 7,1 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr ergibt sich ein Umsatzplus von 5,5 Prozent auf rund 8 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis konnte noch deutlicher gesteigert werden, um mehr als 12 Prozent auf knapp über eine Milliarde Dollar. Die Marge erhöhte sich von 12,8 auf 13,5 Prozent.
Mit seinem Umsatzwachstum liegt Interpublic deutlich vor den Wettbewerbern Publicis und Omnicom, die ihre Zahlen bereits vorgelegt haben. Auch wenn einige Kommentatoren begeistert auf die Bilanz reagierten, bleibt der Kapitalmarkt reserviert. Die Papiere der börsennotierten Werbeholding zogen nach Vorlage der Zahlen nur um knapp ein Prozent an. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Gruppe jetzt Etatverluste von Ende 2018 verkraften muss.


So ging das bislang von McCann betreute lukrative Mandat der US-Army an Wettbewerber DDB. Zudem verlor UM den nordamerikanischen Mediaetat von Fiat-Chrysler an Publicis. Die Auswirkungen dieser Verluste auf den Gewinn im 1. Quartal 2019 beziffert Interpublic auf 30 bis 40 Millionen Dollar.

Trotz dieser Rückschläge blickt Holdingchef Michael Roth optimistisch auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres. Für sein Unternehmen rechnet er mit einem organischen Wachstum zwischen 2 und 3 Prozent. Außerdem soll die Marge weiter gesteigert werden. Angesprochen auf mögliche Preiskämpfe in der Branche, die Interpublic zusetzen könnten, gibt sich der Manager gelassen. "Einige unserer Konkurrenten mögen bei der Preisgestaltung aus strategischen Gründen eine Chance sehen, Marktanteile zu gewinnen oder einen Gewinn zu erzielen", sagte Roth bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Man könne ein schnelles Geschäft machen, indem man es kaufe, aber das werde sich in den Margen widerspiegeln, warnt Roth. Zuletzt häuften sich die Hinweise, dass es bei dem einen oder anderen internationalen Groß-Pitch des vorigen Jahres in erster Linie um die Konditionen ging.


Ein weitere Abschwächung des Geschäfts im FMCG-Bereich, wie sie Wettbewerber Publicis vorige Woche vorhergesagt hatte, kann der Interpublic-Chef nicht erkennen. Dieser Bereich steht in seiner Gruppe für 8 Prozent der Umsätze und habe zuletzt zu dem guten Wachstum der Holding beigetragen, betont der CEO. mam
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