Nach Droga5, Kolle Rebbe und Sinner Schrader

Accenture schluckt auch Markenagentur Shackleton

Das Shackelton-Team wird Teil von Accenture Interactive
© Accenture
Das Shackelton-Team wird Teil von Accenture Interactive
Im globalen Werbemarkt entsteht ein neuer Big Player - und der gehört diesmal nicht zu einer der großen Agenturholdings WPP, Publicis Groupe, Omnicom, Dentsu oder Interpublic. Accenture hat wenige Tage nach der Übernahme der renommierten US-Kreativagentur Droga5 die nächste Akquisition angekündigt. Diesmal schnappt sich das Beratungsunternehmen die spanische Markenkommunikationsagentur Shackleton.
Die Übernahme von Shackleton zeigt einmal mehr die großen Ambitionen, die Accenture im Werbemarkt hat. Der Konzern will seine Sparte Accenture Interactive, unter deren Dach Shackleton angesiedelt wird, zu einer "Experience Agency" umbauen, die  Konsumenten an allen Touchpoints ein einheitliches Markenerlebnis bieten soll. Kunden sollen nicht nur von Accentures Daten- und CRM-Knowhow, sondern eben auch von der kreativen Exzellenz der akquirierten Agenturen profitieren. 


Nachdem sich Accenture mit der Übernahme von Sinner Schrader, Kolle Rebbe und D-Group in Deutschland, Droga5 in den USA, Karmarama in Großbritannien sowie Hjaltelin Stahl (Dänemark) und Storm Digital (Niederlande) bereits in vielen wichtigen Märkten kreativ verstärkt hat, nimmt sich das Beratungshaus nun offenbar Spanien und Lateinamerika vor. Laut Anatoly Roytman, Leiter von Accenture Interactive in Europa, Afrika und Lateinamerika, war vor allem die starke Präsenz der Agentur im spanischsprachigen Raum ein Grund für die Übernahme. Shackleton, mit Hauptsitz in Madrid ansässig, hat auch Standorte in Barcelona und Santiago de Chile. Die Übernahme von Shackleton unterstreiche das Commitment von Accenture Interactive, sich weltweit aufzustellen, sagt Roytman. "Damit ermöglichen wir unseren Kunden kreative und effektive Markenerlebnisse von höchster Qualität."

Ähnlich wie Droga5 und Kolle Rebbe gehört Shackleton zu den besseren Adressen der Kreativwirtschaft. Die 2004 gegründete Werbeschmiede arbeitet mit ihren derzeit 176 Mitarbeitern für Kunden aus verschiedensten Branchen, darunter Marken wie Abanca, Renfe und Uber. In ihrer 15-jährigen Geschichte hat Shackleton zahlreiche Branchenpreise gewonnen, darunter 35 Cannes Lions.


Wieviel sich Accenture die Übernahme kosten lässt, ist nicht bekannt. Bei Shackleton sieht man dem Deal offenbar zuversichtlich entgegen. "Wir sind stolz darauf, mit unserem Beitritt zu Accenture Interactive dazu beizutragen, das Modell der Experience Agency weiter zu verbessern", sagt Pablo Alzugaray. Der Shackleton-CEO hofft vor allem auf Impulse durch die globale Reichweite, die der Zusammenschluss verspreche. Dieser biete daher die Möglichkeit, die "Kundenerlebnisse besser zu skalieren, was für den Durchbruch im heutigen, zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld unerlässlich" sei, so Alzugaray.

Accenture ist nicht der einzige Player, der im Agenturmarkt derzeit die Konsolidierung vorantreibt. Erst kürzlich hat etwa Fischer-Appelt mit der Übernahme von Philipp und Keuntje für Schlagzeilen gesorgt. Treiber sind aber vor allem die Beratungshäuser. So hat Ende 2018 Reply Elbkind übernommen. IBM hatte bereits zuvor Aperto und Ecx.io gekauft. Auch Deloitte Digital (Acne)McKinsey (Lunar), Capgemini (Idean) und die Boston Consulting Group (Maya Design) haben im Agenturmarkt zugekauftmas
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