Nach Bericht über gefallene Chefs

Financial Times entschuldigt sich bei Martin Sorrell

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Ex-WPP-Chef Martin Sorrell ist mit der "Financial Times" aneinander geraten
© Cannes Lions
Ex-WPP-Chef Martin Sorrell ist mit der "Financial Times" aneinander geraten
Die britische Tageszeitung "Financial Times" hat sich beim früheren Chef des Werbekonzerens WPP Martin Sorrell entschuldigt. Grund dafür ist ein Bericht von Freitag voriger Woche, in dem es um zurückgetrene Konzernchefs geht, die hohe Bonuszahlungen einstreichen, während die Aktionäre leiden. Das Medium hat die Entschuldigung online veröffentlicht, der Artikel selbst wurde gelöscht.
"Der Artikel vom 14. September beschreibt die Umstände, unter denen Sir Martin Sorrell bei WPP zurückgetreten ist, ungenau", heißt es in der Erklärung der Zeitung. Zudem wolle man klarstellen, "dass Sir Martin kein Verhalten an den Tag gelegt hat, das mit dem Verhalten der anderen in diesem Artikel genannten ehemaligen leitenden Agestellten vergleichbar wäre". Sorrell sei nie des schweren Fehlverhaltens bezichtigt worden und habe immer jedes Fehlverhalten in Bezug auf sein Ausscheiden bei WPP bestritten. "Wir entschuldigen uns bei Sir Martin und seiner Familie für die Unannehmlichkeiten", so die Verantwortlichen der "Financial Times" in der Erklärung.


Sorrell war Mitte April von seinem Amt als CEO von WPP zurückgetreten. Zuvor waren Vorwürfe bekannt geworden, er habe Firmengelder unangemessen eingesetzt. So war zu hören, dass der 73-Jährige eine Prostituierte auf WPP-Kosten bezahlt habe. Sorrell hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Ergebnisse der unternehmensinternen Untersuchung zu den Vorgänge wurde nicht veröffentlicht. WPP und Sorrell haben Stillschweigen vereinbart.

Mit seiner neuen Firma S4 Capital mischt Sorrell inzwischen wieder im Markt mit und macht dabei auch seinem früheren Arbeitgeber Konkurrenz. So kaufte er Anfang Juli die niederländische Agentur- und Produktionsgruppe Mediamonks, an der auch WPP interessiert war. Sorrell will sich mit seinem neuen Unternehmen auf die Bereiche Content, Data und Technologie konzentrieren. mam
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