Nach Ausstieg bei DDB

Publicis bestätigt Verpflichtung von Dennis May und Christoph Pietsch

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Dennis May (l.) und Christoph Pietsch heuern bei Publicis an
© Kurt Steinhausen
Dennis May (l.) und Christoph Pietsch heuern bei Publicis an
Leser von HORIZONT wissen es bereits seit gestern, jetzt gibt es die offizielle Bestätigung: Die beiden bisherigen DDB-Chefs Dennis May und Christoph Pietsch wechseln Anfang 2021 zu Wettbewerber Publicis. May verantwortet künftig als Chief Creative Officer das kreative Profil der gesamte deutschen Gruppe. Pietsch soll als Chief Growth Officer die Geschäftsentwicklung und das Neugeschäft ausbauen. Zudem gibt es eine weitere Top-Personalie.
Publicis Deutschland war schon länger auf der Suche nach einem kreativen Aushängeschild auf Gruppenebene. Mit dem bisherigen DDB-Kreativchef May ist man nun fündig geworden. In seiner neuen Funktion als CCO der deutschen Holding soll er das kreative Profil aller Agenturen des hiesigen Verbunds schärfen. Dazu gehören Saatchi & Saatchi, Digitas Pixelpark, Meta Design, MSL sowie Exklusivagenturen wie iBeauty und Axa next.

Das Hauptaugenmerk soll er auf Saatchi & Saatchi richten und dabei eng mit deren CEO Christian Rätsch zusammenarbeiten. Die Kreativchefs der einzelnen Standorte berichten an May. Publicis hat Saatchi & Saatchi zu seiner kreativen Kernmarke in Deutschland ausgerufen. Bemerkenswert: Die auf internationale Kunden ausgerichtete Agentur Leo Burnett, die ebenfalls zu Publicis gehört, wird in der offiziellen Mitteilung nicht mehr erwähnt.

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Der künftige Chief Growth Officer Pietsch soll die Geschäftsentwicklung, insbesondere das Neugeschäft, weiter vorantreiben. Zudem wird er sich auf Gruppenebene um die Eigenkommunikation und die Entwicklung neuer Produkte und Services für die Marketingtransformation kümmern. Pietsch und May berichten den deutschen Holding-Chef Frank-Peter Lortz und werden wie dieser ihren Schreibtisch in Düsseldorf haben. "Mit Dennis werden wir zügig in das Spitzenfeld der kreativsten Agenturen Deustchlands vordringen. Christoph wird mit seinen Stärken in der Produkt- und Business-Entwicklung unsere schon heute starke Stellung als Partner für Marketingtransformation weiter ausbauen", sagt Lortz.

Mit seiner Person ist eine weitere wichtige Personalie verbunden, die Publicis aber eher versteckt in der Mitteilung zur Verpflichtung von May und Lortz untergebracht hat. Media-Mann Lortz, bislang verantwortlich für das Geschäft der Gruppe in Deutschland, steigt zum Publicis-Chef für den gesamten deutschprachigen Raum auf. Diese Position hatte zuletzt Justin Billingsley inne. Er fungiert inzwischen als weltweiter CMO in der Pariser Konzernzentrale. Dort arbeitet er eng mit CEO Arthur Sadoun zusammen. Auch Sadoun hat hohe Erwartungen an die beiden Neuzugänge in Deutschland: "Sie werden unser kreatives Produkt, aber auch unser Produktfortfolio als Ganzes, auf ein neues Level heben."

Publicis Deutschland hat sich Ende vorigen Jahres (mal wieder) neu aufgestellt. Die Gruppe hat eine andere Struktur bekommen. Seither konzentriert man sich im Bereich Werbung auf die Marke Saatchi & Saatchi und will mit ihr mehr kreative Sichtbarkeit bekommen. Die Agentur Leo Burnett ist nur noch für internationale Kunden aktiv.

Publicis Pixelpark gibt es in der früheren Form nicht mehr. Nach der Umbenennung in Digitas Pixelpark will man sich mit dieser nach wie vor größten Einheit der deutschen Gruppe stärker auf das Geschäftsfeld digitale Business-Transformation konzentrieren. Der bisherige Kreativchef von Digitas Pixelpark, Timm Weber, hat die Agentur vor kurzem verlassen. Insgesamt beschäftigt Publicis in Deutschland an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München rund 2300 Mitarbeiter. mam
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