Mega-Etat

Publicis-Agenturen gewinnen globalen Novartis-Pitch

Der Novartis-Pitch ist entschieden
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Der Novartis-Pitch ist entschieden
Großer Erfolg für die Publicis Groupe. Im Pitch um den weltweiten Mediaetat von Novartis hatten am Ende mit Starcom und Epsilon zwei Agenturen aus dem Hause Publicis Media die Nase vorn. Was Publicis-Chef Arthur Sadoun besonders freuen dürfte: Der CRM-Spezialist Epsilon, für den die französische Agenturholding im Frühjahr satte 3,9 Milliarden Euro hinblätterte, soll bei dem Etatgewinn eine wesentliche Rolle gespielt haben.
Bei dem Pitch soll es sich um einen der größten des laufenden Jahres gehandelt haben. Nach Darstellung von Publicis ging es bei der Ausschreibung um ein Volumen in Höhe von 519 Millionen US-Dollar in 60 Märkten. Auch in Deutschland gehört Novartis zu den Big Spendern. Laut Nielsen hat das Unternehmen, das rezeptpflichtige Medikamente wie das Schmerzmittel Voltaren, das Bluthochdruckmittel Exforge und das Antidepressivum Insidon vertreibt, im Jahr 2018 brutto fast 57 Millionen Euro in Werbung investiert - der Löwenanteil, nämlich knapp 45 Millionen Euro, floss ins TV. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres hat Novartis hierzulande brutto bereits 28 Millionen Euro investiert. 


Die Neuverteilung seines Mediabudgets hat sich Novartis nicht leichtgemacht. Der im schweizerischen Basel beheimatete Pharma-Riese soll sich satte sieben Monate Zeit genommen haben, um Mediaagenturen und ihre Angebote unter die Lupe zu nehmen. Neben Publicis sollen auch Agenturen der Holdings Omnicom, Havas und WPP präsentiert haben. Im Finale hätten sich Starcom und Epsilon am Ende gegen WPP durchgesetzt, heißt es. 

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Herber Verlust für MEC. Dem ehemals unter Mediaedge CIA firmierenden internationalen Medianetzwerk ist mit Novartis einer seiner größten Kunden abhanden gekommen. Das mehr als 400 Millionen Euro schwere weltweite Mediabudget des Pharmariesens wird künftig von Agenturen der Publicis Groupe betreut. Auf globaler Ebene übernimmt die Mediaagentur Starcom das Ruder, in Deutschland wird Novartis künftig von Vivaki betreut.

Dass am Ende Publicis die Nase vorn hatte, könnte zum einen daran liegen, dass dessen Medianetwork Starcom im Hause Novartis bestens bekannt ist. Starcom ist seit 2011 für den weltweiten Mediaeinkauf und die Planung des Konzerns zuständig. Damals hatte sich die Agentur ebenfalls in einem Pitch durchgesetzt und die WPP-Agentur MEC verdrängt, die inzwischen in Wavemaker aufgegangen ist.


Zum anderen ist Publicis dem Pharmakonzern offenbar stark entgegen gekommen. So werden Starcom und Epsilon für den Kunden eine maßgeschneiderte Agentureinheit namens NovartisOne2 aufbauen. Diese soll offiziell im Januar 2020 ihren Betrieb aufnehmen.

Zu guter Letzt hat wohl die Expertise von Epsilon bei Themen wie Daten- und Targeting den Ausschlag gegeben. Damit zeichnet sich ab, dass die teuerste Übernahme in der Geschichte von Publicis - für Epsilon griff Publicis tiefer in die Tasche als 2014 für Sapient - langfristig amortisieren könnte. mas
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