Medienberichte

Mark Read soll neuer WPP-Chef werden

Mark Read hat wohl das Rennen um den Chefposten bei WPP gemacht
© WPP
Mark Read hat wohl das Rennen um den Chefposten bei WPP gemacht
Die Entscheidung ist offenbar gefallen: Nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien soll Mark Read, seit dem Abgang von Langzeitchef Martin Sorrell im April Co-COO von WPP, neuer Chief Executive Officer der weltweit größten Werbeholding werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang allerdings nicht. Beobachter halten es für wahrscheinlich, dass der neue Chef im Umfeld der Präsentation der WPP-Halbjahreszahlen am kommenden Dienstag vorgestellt wird.
"Wir können weder auf den genauen Zeitpunkt der Ankündigung noch auf die Identität des möglichen neuen CEO eingehen. Wir erwarten Nachrichten im September und werden diese bekannt geben, sobald eine Einigung mit einem favorisierten Kandidaten erzielt wurde", teilt ein Konzernsprecher auf Anfrage mit. Über die anstehende Berufung von Read hatte zuerst die "Financial Times" berichtet. Read gilt im eigenen Haus schon länger als Favorit auf den Posten. Chairman Roberto Quarta hatte aber auch eine Headhunting-Firma eingeschaltet, um nach externen Managern Ausschau zu halten. Jetzt hat man sich offenbar für die interne Lösung entschieden.

Read arbeitet seit 1989 für WPP, mit einer Unterbrechung von sieben Jahren (1995 bis 2002), in der er unter anderem für die Beratungsfirma Booz Allen & Hamilton tätig war. Nach seiner Rückkehr führte er die Digitalsparte des Werbekonzerns. Anfang 2015 übernahm er die weltweite Führung des Agenturnetzwerks Wunderman. Seither galt er als möglicher Nachfolger für den langjährigen Konzernpatriarchen Sorrell. Als dieser im April dieses Jahres nach Vorwürfen persönlichen Fehlverhaltens ausschied, übernahm der 51-Jährige zusammen mit Andrew Scott die operative Führung.

WPP steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Nach vielen Jahren des Wachstums stagnierte die Gruppe zuletzt. An der Börse hat das Unternehmen deutlich an Wert verloren. Die Struktur gilt als zu komplex und unübersichtlich. Zudem kämpft WPP wie auch die anderen Werbeholdings gegen den Vormarsch der Beratungsfirmen in Teile ihres angestammten Geschäfts sowie den Trend, dass große Unternehmen bestimmte bislang von Agenturen erledigten Aufgaben selbst übernehmen. Und dann sind da noch Google, Facebook und Amazon, die immer mehr Direktgeschäft mit Werbungtreibenden machen wollen. mam  



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