Mediaagenturen

Crossmedia kehrt OMG den Rücken - und wird Mitglied beim GWA

Keine Angst vor Klartext: Armin Schröder (l.) und Markus Biermann in der Düsseldorfer Crossmedia-Zentrale
© Kurt Steinhausen
Keine Angst vor Klartext: Armin Schröder (l.) und Markus Biermann in der Düsseldorfer Crossmedia-Zentrale
Crossmedia hat genug von der OMG und macht jetzt lieber als erste Mediaagentur beim GWA mit. Warum und weshalb erklären Unternehmensgründer Markus Biermann und sein Mit-Geschäftsführer Armin Schroeder im Interview mit HORIZONT Online.

Im vergangenen Jahr lieferten sich Julia Jäkel, Chefin von Gruner + Jahr, und Klaus-Peter Schulz, Sprecher der Organisation der Mediaagenturen (OMG), einen heftigen Disput über die Rolle der Qualitätspresse in einer freiheitlichen Gesellschaft - und darüber, was das alles für die Verteilung der Werbebudgets bedeutet. Für Markus Biermann, Gründer und Haupteigner der Düsseldorfer Mediaagentur Crossmedia, war dieser öffentlich ausgetragene Streit der letzte Auslöser, den Verband zu verlassen. Dass man nun gleichzeitig Mitglied beim Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA wird, kann durchaus als Signal verstanden werden. Biermann: "Wir brauchen ein echtes Zusammenspiel von Kreation, Media und weiteren Disziplinen. Im GWA gibt es viele kluge und inspirierende Köpfe, mit denen man genau darüber diskutieren kann."

Im Interview geht es um ein weiteres zentrales Thema der Werbeindustrie: nämlich die Rolle der großen US-Plattformen. Biermann warnt davor, sich zu einseitig auf diese Player zu fokussieren: "Marketingverantwortliche brauchen dringend Strategien, die helfen, nicht in eine zu große Abhängigkeit von Google, Facebook und Amazon zu geraten. Es geht nicht nur um kurzfristige Optimierungen auf den Plattformen, sondern um lang- oder zumindest mittelfristige Strategien für Marken."

"Kreation steht vor einer echten Renaissance - aber nur im Zusammenspiel mit Media"

Armin Schröder (l.) und Markus Biermann
© Kurt Steinhausen
Armin Schröder (l.) und Markus Biermann

Herr Biermann, Herr Schroeder, Crossmedia verlässt den Mediaagentur-Verband OMG. Warum tun Sie das?

Markus Biermann: Das hat mehrere Gründe. Auslöser war letztlich das Interview von Klaus-Peter Schulz bei Ihnen in Horizont, über das ich mich geärgert habe.

Sie meinen das Interview, in dem Schulz, der Sprecher der OMG, G+J-Chefin Julia Jäkel eine harsche Absage erteilt, die an die Werbungtreibenden appelliert hatte, sie sollten schon aus gesellschaftspolitischer Verantwortung Werbebudgets von Facebook Richtung Qualitätsmedien shiften?

Biermann: Ja, wobei ich allein schon das Timing unglücklich fand - der Vorstoß von Julia Jäkel war zu diesem Zeitpunkt 14 Monate alt. Was ich etwas schwierig fand, war die Art und Weise, wie Klaus-Peter Schulz über die freie Presse gesprochen hat. Allen Marktteilnehmern wird ja klar sein, dass unser Wohlstand von einem funktionierenden Staats- und Gemeinwesen abhängt.

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