Martin Sorrell im Exklusiv-Interview

"Die Zeiten von Don Draper sind vorbei"

Martin Sorrell sagt weitere Übernahmen voraus
© WPP
Martin Sorrell sagt weitere Übernahmen voraus
Mitte April trat Martin Sorrell nach mehr als 30 Jahren als Chef der weltgrößten Werbeholding WPP zurück. Doch wer dachte, der 73-Jährige würde von nun an die Hände in den Schoß legen, der irrte. Innerhalb kürzester Zeit hat Sorrell seine eigene Holding S4 Capital gegründet, mit Mediamonks wurde kürzlich die erste Agenturgruppe übernommen. HORIZONT hat mit Sorrell über seine Expansionsstrategie für S4 Capital, die Pläne für den deutschen Markt, die Rolle von Technologie und Kreation sowie über den Angriff der Beratungshäuser auf den Agenturmarkt gesprochen.
Die Zentrale von Martin Sorrells neuer Holding liegt im noblen Londoner Stadtteil St. James’s unweit von Buckingham Palace und der Edel-Einkaufsmeile Bond Street. In dem schmalen Backsteingebäude, in dem früher ein Hotel untergebracht war, hat Sir Martin mit S4 Capital eine Etage bezogen und sich sehr zweckmäßig eingerichtet. Der 73-Jährige wirkt umtriebig wie eh und je. Auch während des Interviews hat er immer Tablet und Mobiltelefon im Blick, um bei Bedarf schnell reagieren zu können.

Sie haben WPP Mitte April verlassen, sechs Wochen später über einen Reverse Merger eine börsennotierte Firma gestartet, nur weitere zwei Monate später gab es die erste große Akquisition. Hatten Sie die Pläne für all das schon fertig in der Schublade? Nein, wir haben am 14. April begonnen.

Das ist bei dem Tempo und dem Pensum kaum zu glauben. Warum? Andere haben so etwas sogar noch schneller geschafft. Ich habe erst neulich einen Bericht über eine Firma für biologische Babynahrung gesehen, die innerhalb kürzester Zeit 4 Milliarden US-Dollar Funding-Gelder eingesammelt hat. Ich würde also nicht sagen, dass unser Timing unglaublich ist.

Vielleicht ging es auch so schnell, weil Sie einfach dasselbe Modell angewendet haben wie damals beim Start von WPP? Technisch ist es schon ein bisschen anders gelaufen. Bei WPP haben wir damals eine direkte Beteiligung erworben, diesmal haben wir Derriston als Hülle genommen und S4 Capital eingebracht. Also schon irgendwie ähnlich, aber doch anders.

„Kreative Ideen kommen schon lange nicht mehr nur von den großen Werbeagenturen. “
Martin Sorrell
Sie haben gesagt, dass Sie in der neuen Struktur schneller, besser und billiger sind. Wie wollen Sie das anstellen?

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