Marketingstunt

Warum Serviceplan New Yorker Pendler in Panik versetzt

Die Aktion der World Animal Protection US richtet sich gegen Massentierhaltung
© Serviceplan
Die Aktion der World Animal Protection US richtet sich gegen Massentierhaltung
Achtung, dieser Marketingstunt ist nichts für Leser mit Cleithrophobie - also Angst eingesperrt zu sein. Um auf die Grausamkeit der Massentierhaltung aufmerksam zu machen, hat Serviceplan Campaign International im Auftrag von World Animal Protection US die Drehkreuze in der New Yorker Grand Central Station manipuliert und so Passanten aus der Fassung gebracht.
Es waren jeweils nur einige Sekunden, doch diese dürften einen bleibenden Eindruck bei den Pendlern hinterlassen haben. Als diese durch die Vorrichtungen gehen wollten, schlossen sich die Drehkreuze plötzlich, die Passanten waren eingesperrt. Genauso müssen sich Schweine und Hühner fühlen, die milliardenfach für den Verzehr gezüchtet werden und ihr gesamtes Leben in engen Käfigen fristen müssen.


"Die Gewohnheiten der Menschen lassen sich nicht so leicht ändern. Um den Verbrauchern die Augen zu öffnen, braucht es drastische Maßnahmen. Vor allem wenn es darum geht, sich mit Problemen wie der Massentierhaltung auseinanderzusetzen", erklärt Thomas Heyen, Executive Creative Director und Partner von Serviceplan Campaign International, die Idee hinter dem Auftritt.

Unterstützt wurde die Agentur bei der Produktion des Videos mit dem Titel "Your Turn" von Instant Waves, Regie führte Niklas Warnecke. Die Musik steuerte 2WEI Music bei. Das Video verweist auf die Website von World Animal Protection, die über die Arbeit der Organisation informiert und auf die Spendenmöglichkeit hinweist.


In den Vereinigten Staaten essen die Menschen mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von über 120 Kilogramm pro Jahr mehr Fleisch als in fast jedem anderen Land, so Serviceplan. Um diesen Bedarf zu decken, werden jährlich mehr als neun Milliarden Hühner und 95 Prozent der Schweine in qualvoller Massentierhaltung gezüchtet.

"Dieses Projekt bringt uns unserem Ziel näher, der Massentierhaltung ein Ende zu setzen", ist sich Alesia Soltanpanah, Executive Director der US-Tierschutzorganisation, sicher. Die Bedingungen, unter denen die Tiere gezüchtet werden, führten zum routinemäßigen Einsatz von Antibiotika bei den Tieren sowie zum Aufkommen sogenannter Superkeime. Soltanpanah: "Artgerechte Tierhaltung ist nicht nur für die Tiere besser, sondern auch für uns Menschen und den gesamten Planeten."

Die Passanten im Manhattener Bahnhof wurden übrigens nach nur wenigen Sekunden aus ihrer prekären Lage befreit und von Mitarbeitern der Tierschutzorganisation aufgeklärt. jeb
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