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So bewegend sensibilisieren Salzburger Filmstudenten für das Thema Depression

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Zwei von drei Deutschen finden, psychische Krankheiten werden in der Gesellschaft zu wenig ernst genommen (YouGov)
© Soup
Zwei von drei Deutschen finden, psychische Krankheiten werden in der Gesellschaft zu wenig ernst genommen (YouGov)
Am Arbeitsplatz andere Gründe vorschieben, um psychische Gesundheitsprobleme nicht zugeben zu müssen? In einer von YouGov im September 2021 durchgeführten Umfrage gaben 46 Prozent der Befragten an, dies schon einmal getan zu haben. Mit ihrem psychischen Leiden stoßen Erkrankte in der Gesellschaft häufig auf Unverständnis. Drei Studierende machen mit einem Social Stunt auf dieses Problem aufmerksam.
"Mach mal" lautet der Titel des knapp zweiminütigen Spots zum Thema Depression. Mit dem zugehörigen Konzept haben Christoph Amort, Patricia Neuhauser and Christoph Platzer, drei Filmstudierende der FH Salzburg, vor einem halben Jahr den Christian-Köster-Förderpreis der Deutschen Werbefilmakademie (DWA) gewonnen. Mithilfe der Filmproduktion Soup aus Berlin konnten die Studierenden aus Salzburg den Spot drehen und fertigstellen. Nach seiner Premiere bei der Verleihung des Deutschen Werbefilmpreises in Hamburg, läuft er seit dem 28. April auch in Kinos der Städte Hamburg, Berlin und München.

Die Depression äußert sich bei den Protagonisten des Spots in Form einer körperlichen Lähmung. Halbtot liegen sie mit dem Kopf auf dem Esstisch, an das Fenster eines Busses gelehnt oder auf der Drehscheibe eines Spielplatzes. Ihre Welt steht still, während das Leben um sie herum heiter weiter geht. Das Unverständnis ihrer Mitmenschen drückt sich in gut gemeinten Ratschlägen aus: "Stell dich nicht so an", "Mach doch mal Sport" oder "Reiß dich mal zusammen". Die Botschaft des Clips ist klar - Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können sich nicht "zusammenreißen", sie leiden unter einer ernstzunehmenden Krankheit.

Der Spot ist das dritte Projekt der drei Studierenden. Gemeinsam treten sie als kritisches Kollektiv auf, das sich sozialen Themen widmet. Mit dem Clip zum Thema Depression wollen sie vor allem Aufklärungsarbeit leisten und damit einen Austausch über den Umgang mit der Krankheit erleichtern. jh
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