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Agenturgründer Matthias Maurer interviewt seinen Kumpel, den Schauspieler Bjarne Mädel, beim Pre OMR Meet-Up von La Red
Julian Lorenz / La Red
La Red Pre-OMR-Meetup

Was die About-You-Idols mit Gangsta-Rappern und dem Tatortreiniger verbindet

Agenturgründer Matthias Maurer interviewt seinen Kumpel, den Schauspieler Bjarne Mädel, beim Pre OMR Meet-Up von La Red
Schon vor dem offiziellen Start der Online Marketing Rockstars hatten frühe Besucher am Montag die Gelegenheit, sich bei fast 40 offiziellen Side Events auf das Festival einzustimmen. Dabei drehte OMR-Gründer Philipp Westermeyer ambitioniert seine Runden und begrüßte viele Gäste schon mal in kleinerem Kreis - so auch beim 2. OMR Meetup von La Red, zu der die Hamburger Digitalagentur vor allem Kunden eingeladen hatte.
von Bärbel Unckrich Dienstag, 07. Mai 2019
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Dort stand gestern das Thema Influencer im Fokus. Westermeyer ist sicher: "Egal, welche Haltung man dazu haben mag, der Peak ist noch nicht erreicht. Personal Brands werden eher noch größer." Es sei "krass", was man heute alles via Instagram bewegen könne. Davon kann nicht zuletzt About You ein Lied singen. Der Content Director der Fashion Plattform Julian Jansen gab nach der Begrüßung durch Agenturgründer Matthias Maurer einen Einblick in die 360-Grad-Content-Strategie von About You, die ganz stark mit der Zusammenarbeit mit Influencern, hier Idols genannt, verknüpft ist.



Dabei kam die Rede schnell auf die About You Awards, Deutschlands erste Influencer Award Show, die als Lizenzformat des TV-Senders inzwischen bei Pro Sieben ausgestrahlt wird. Damit erzielte die Otto-Tochter allein in diesem Jahr rund 1,5 Milliarden Media-Kontakte. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil davon verdankt sie dem Beef zwischen Stand-Up Comedian Enissa Amani und Spiegel-Online-Journalistin Anja Rützel. Amani hetzte ihre Instagram-Follower nach einem kritischen Rützel-Artikel auf die Journalistin und zettelte damit einen medienwirksamen Streit an. About You selbst nimmt’s gelassen und freut sich über die zusätzliche Publicity.

Nächstes Jahr soll der Event noch größer werden - und zwar hauptsächlich deshalb, um mehr Fans dazu einzuladen. Dieses Jahr gingen lediglich 10 Prozent der Karen an die About-You-Community, die restlichen 90 Prozent an wichtige Geschäftspartner beziehungsweise Influencer und Celebrities. Um mehr Fans einzubinden, müsse die Show wahrscheinlich in einem Stadium oder einer Arena stattfinden, so Jansen.


Er erzählte unter anderem auch über die beiden neuen TV-Formate "All About You" und "Style Your Star", die für die Marke hauptsächlich als Aktivierungsmaßnahme dienen. Man habe die Erfahrung gemacht, dass die Werbeerinnerung von klassischen Markenspots eher schlecht sei. Deshalb setze man im TV künftig in Kooperation mit Pro Sieben auf derlei Unterhaltungsformate. Markenspots werden man dafür in Zukunft primär online und in Social Media einsetzen.

Im Anschluss an Jansen folgte ein praktisches Instagram-Tutorial von Mathilde Burnecki, Strategic Partner Managing Instagram bei Facebook. Sie erkläre den Gästen, welche neue Funktionen es auf der Plattform gibt. Viele davon dürften selbst eingefleischte Nutzer wie der Fotograf Pascal Kerouche noch nicht kennen, der nach ihr die Bühne betrat. Der intime Kenner der internationalen HipHop-Szene plauderte mit dem Berliner La-Red-Standortleiter Sven Springer über seine Zeit als Haus-und-Hof-Fotograf von Snoop Dogg, die inzwischen schon einige Jahre zurückliegt. Heute begleitet er unter anderem die deutschen Gangsta-Rapper von 187 Straßenbande als Fotograf und Videographer, hat mehrere eigenen Bücher herausgebracht und wurde dabei selbst zu einem wichtigen Influencer der deutschen Hip-Hop-Szene. Allein auf Instagram verfolgen 124.000 Follower, was er tut.

Er hat Kampagnen für Huawei und den Horrorfilm „Wir“ gemacht und demnächst gibt es eine eigene Kerouche-Kollektion zusammen mit dem Streetware-Label Cleptomanicx.

Nicht ganz so viele Instagram-Fans, aber immerhin auch 117.000, hat Schauspieler Bjarne Mädel. Dabei sieht er sich überhaupt nicht als Influencer. Werbung macht er allenfalls mal für die leckeren Roastbeef-Brötchen der Hamburger Kultkneipe Erikas Eck. Aktiv auf Instagram ist er auch nur, weil er seinen auf Social Media äußerst aktiven Kumpel Lars Eidinger ärgern und mehr Fans als er haben wollte. Hat geklappt. Der Schauspieler und DJ Eidinger kommt „nur“ auf 84.300 Follower.

Bleibt die Frage, was der Tatortreiniger zum Influencer-Thema beizutragen hat? Zum einen die neutrale Sicht eines Celebrities, zum anderen ist er schlichtweg ein guter Freund von Agenturgründer Maurer. Allein schon deshalb war das gemeinsame Interview zwischen Maurer und Mädel ein Highlight der Veranstaltung. Und hatte auch inhaltlich einiges zu bieten, immerhin erzählte Mädel einiges darüber, wie es für ihn nach dem Ende seiner Kultserie „Tatortreiniger“ weitergehen wird. Ab 31. Mai ist er in der dritten deutschen Netflix-Serie "How to sell drugs online (fast)" zu sehen. Die erste fiktionale Serie der Kölner Bildundtonfabrik ("Neo Magazin Royale") wurde ursprünglich unter dem Namen "Don’t Try This At Home" vorgestellt und mittlerweile umbenannt. Es geht darin um einen jungen Mann, der aus seinem Kinderzimmer heraus einen Drogenring aufbaut.

Außerdem hat er selbst erstmals Regie bei einer Serie geführt und spielt demnächst in einem Impro-Tatort des Regisseurs Jan Georg Schütte („Klassentreffen“) an der Seite von Stars wie Anna Schudt, Jörg Hartmann und Ben Becker. Mädel erklärt, dass es heute bei der Besetzung von Rollen durchaus auch auf eine starke Social-Media-Präsenz der Schauspieler ankomme. Er hat es selbst schon mal erlebt, dass ein Kollege die Rolle nicht bekommen hat, weil ein anderer Schauspieler mehr Follower hat. Das ist für ihn aber nicht der entscheidende Grund, um selbst noch weiter Instagram-Fans zu feiern. Er will die Plattform künftig nutzen, wenn er etwas wirklich Wichtiges zu sagen hat. So wie vor drei Monaten im Umfeld der Berlinale, als er sich für die private Seenotrettung SOS Mediterranee stark gemacht hat. bu

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