Keine Lust mehr auf herkömmliche Agenturen

Was Thomas Strerath künftig macht

Thomas Strerath: "Ich will das ganze administrative Geraffel nicht mehr haben"
© Olaf Ballnus
Thomas Strerath: "Ich will das ganze administrative Geraffel nicht mehr haben"
Seit seinem überraschenden Aus bei Jung von Matt hat sich die Werbebranche gefragt, was Thomas Strerath künftig macht. Jetzt gibt er die Antwort - im Exklusiv-Interview mit HORIZONT. An der Spitze einer Agentur will er nicht mehr stehen, auf Unternehmensseite wechseln schon gar nicht. Auch wenn er selbst diesen Begriff nicht mag und lieber von "Partner" spricht: Seine neue Karriere ist die eines Beraters (www.thomasstrerath.com). Er betreut weiterhin die CDU, sitzt im Aufsichtsrat von Experience One, kümmert sich um Staud Studios und begleitet die Karriere der jungen Rennfahrerin Sophia Flörsch.
Herr Strerath, warum haben Sie keine Lust mehr, eine Agentur zu führen? Ich habe mit vielen Agenturen und Networks gesprochen. Diese Gespräche sind für mich eher enttäuschend verlaufen. Bis auf eine Ausnahme habe ich nirgendwo Aufbruchstimmung, Optimismus und Glaube an die Zukunft gespürt. Stattdessen dominieren Mutlosigkeit, Defensive und Verwalten. Wo noch Marge da ist, wird versucht, sie irgendwie zu halten. Man führt nur noch Rückzugsgefechte.

Sie könnten doch helfen, wieder in den Angriffsmodus zu kommen. Dafür braucht man Spielraum. Den will einem aber fast keiner geben. Leider fehlt vielen Agenturen nicht nur das Verständnis für die aktuellen Herausforderungen, sondern auch die nötige Veränderungsbereitschaft. Nehmen wir WPP: Der neue Chef Mark Read ist zu dem richtigen Schluss gekommen, dass die Holding in wichtigen Bereichen wie Data und Automation unterinvestiert und untertechnologisiert ist. Aber die Maßnahmen zielen nicht darauf ab, das zu ändern. Man sieht weder relevante Investments in diese Felder noch die nötigen strukturellen Veränderungen. Stattdessen gibt es Fusionen, bei denen die einigermaßen Fitten die Lahmen Huckepack nehmen müssen. Bei allem Respekt vor Marianne Heiß, eine Finanzerin als Agentur-CEO ist eben auch ein klares Zeichen von BBDO. Das macht doch keinen Spaß.

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