JvM-Manager Carl Kuhn

"Der E-Sport ist raus aus dem Keller und der Pizza-Schachtel"

Jung-von-Matt-Manager Carl Kuhn ist zu Gast im HORIZONT Podcast
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Jung-von-Matt-Manager Carl Kuhn ist zu Gast im HORIZONT Podcast
Raus aus den Kinderschuhen: E-Sports, das Geschäft mit den zockenden Athleten an der Tastatur, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Milliardenmarkt gemausert. Einer der ihn besonders gut kennt, ist Carl Kuhn, E-Sports-Experte bei Jung von Matt/Sports. "Der E-Sport ist raus aus dem Keller und der Pizza-Schachtel", sagt er im HORIZONT Podcast - und erklärt, warum sich Marken mit diesem Thema beschäftigen sollten.
Kuhn, der in seiner Freizeit selbst gerne zockt (am liebsten Counter Strike) und bei Jung von Matt/Sports für das Thema E-Sports zuständig ist, erklärt die Chancen für Marken am Beispiel McDonald's. Der Burgerbrater hatte Ende 2018 seine DFB-Partnerschaft auf Eis gelegt und will sich stärker auf E-Sports konzentrieren. "Im Fußball kann ich mir nicht aussuchen, wen ich erreiche. Dort erreiche ich einfach alle. Während die Zuschauerschaft im E-Sports zum Großteil aus 18- bis 34-Jährigen besteht. Man hat also deutlich weniger Streuung, wenn man die jungen Menschen erreichen will."


Außerdem sei der E-Sport noch längst nicht durchvermarktet. Und die Community nicht durchgängig kommerzkritisch. "Die DHL hatte letztes Jahr in Birmingham einen Auftritt bei einem E-Sports-Event, bei dem die Leute minutenlang 'DHL!' geschrien haben, weil sie sich über die Aktivierung gefreut haben. Man möge sich vorstellen, Werder Bremen-Fans singen laut 'Wiesenhof, Wiesenhof!'", so Kuhn im HORIZONT Podcast.

„Mein Vater ist früher mit mir immer zu Werder Bremen gegangen, vielleicht gehe ich mit meinen Kindern irgendwann einmal zu einem E-Sports-Event.“
Carl Kuhn, Jung von Matt/Sports
Wenn es um die Ausschüttung von Preisgeldern geht, spielt der E-Sport mittlerweile ganz oben mit. Bei "The International", einem der größten Turniere weltweit, wurden insgesamt 25 Millionen Euro an die Sieger verteilt.  "Das sind ein paar sehr glückliche 19-Jährige gewesen, die alle ihrer Mutter ein Haus kaufen konnten", so Kuhn. "Und das ist nur das Preisgeld. Die bekommen noch ein reguläres Gehalt und haben Sponsoringeinnahmen."


Im HORIZONT Podcast erklärt Kuhn zudem, wie sich die Gaming-Community vor Spielmanipulationen und Doping schützt und beantwortet die Gretchenfrage: Ist E-Sports eigentlich ein richtiger Sport? Außerdem blickt er in die Glaskugel und sagt: "Mein Vater ist früher mit mir immer zu Werder Bremen gegangen, vielleicht gehe ich mit meinen Kindern irgendwann einmal zu einem E-Sports-Event."

Verfügbar ist der HORIZONT Podcast (Intro- und Outro-Produktion: Supreme Music) auf SoundcloudiTunesSpotify und Deezerron
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