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Jan Harbeck wird Kreativchef, Vorgänger Till Eckel plant etwas mit Thomas Strerath

Jan Harbeck kehrt zum zweiten Mal zu Jung von Matt zurück
© Jung von Matt
Jan Harbeck kehrt zum zweiten Mal zu Jung von Matt zurück
Als vor drei Wochen bekannt wurde, dass David Mously, Co-Geschäftsführer von DDB Berlin, die Agentur verlässt, schossen gleich Spekulationen ins Kraut, dass auch sein langjähriger Partner Jan Harbeck aussteigt. Die Omnicom-Tochter wollte davon nichts wissen und betonte, dass Harbeck als alleiniger Kreativchef des Hauptstadtbüros von DDB weitermacht. Inzwischen haben sich die Dinge anders entwickelt: Harbeck kehrt zu Jung von Matt zurück und ersetzt dort Till Eckel. Der wiederum steigt aus, um mit Thomas Strerath und anderen Partnern gemeinsame Sache zu machen.
Doch der Reihe nach: Harbeck wird spätestens im Frühjahr 2020 zu seinem Ex-Arbeitgeber Jung von Matt zurückkehren. Dort war der heute 45-Jährige bereits zweimal beschäftigt – von 2003 bis 2010 bei JvM/Spree und nach einer längeren Zwischenstation bei BBDO noch einmal von 2016 bis 2018 bei dem zweiten Berliner Ableger JvM/Havel. Während seiner ersten Schaffensperiode bei der Agentur entstanden Arbeiten für Mercedes-Benz, Deutsche Post und die Sparkasse, unter anderem der bekannte TV-Spot "Wir machen das mit den Fähnchen". Die Nachfolge bei DDB Berlin ist bereits geklärt. Hier übernimmt Alexander Weber-Grün das kreative Kommando.


Bei seinem erneuten Comeback wird Harbeck Geschäftsführer Kreation von JvM/Spree. Dort ersetzt er den langjährigen Kreativchef Till Eckel, der die Agentur Ende Februar 2020 verlassen wird. Der 43-Jährige hat seinen Vertrag gekündigt und plant nach Informationen von HORIZONT, zusammen mit dem ehemaligen JvM-Vorstand Thomas Strerath und weiteren Partnern eine neuartige Firma zu gründen. Details sind allerdings noch nicht bekannt. Strerath arbeitet nach seinem Ausstieg bei Jung von Matt vor gut anderthalb Jahren als Berater. Aktuell begleitet er im Auftrag von Markenchef Jens Thiemer die Neuaufstellung der Marketingaktivitäten und des Agenturmodells von BMW.
Till Eckel will zusammen mit Thomas Strerath und weiteren Partnern ein neues Angebot starten
© JvM
Till Eckel will zusammen mit Thomas Strerath und weiteren Partnern ein neues Angebot starten
Schon während seiner Zeit bei JvM haben sich Strerath und Eckel gut verstanden. Dass die beiden jetzt gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen, ergibt also durchaus Sinn. Welche Partner sonst noch an Bord sind, ist unklar - genauso, was für eine Art von Firma entstehen soll. Im Frühjahr hatte Strerath in einem ausführlichen Interview mit HORIZONT erklärt, dass er sich nicht vorstellen kann, noch einmal an der Spitze einer herkömmlichen Agentur zu stehen. Stattdessen macht sich Strerath seither für ein Dienstleistermodell stark, das auf Daten, Automatisierung und Standardisierung basiert. Es ist also davon auszugehen, dass die neue Firma in diese Richtung geht - ergänzt um das Know-how eines renommierten Kreativen wie Till Eckel.

Von seinem bisherigen Arbeitgeber wird er mit warmen Worten verabschiedet: "Till ist ein leidenschaftlicher Kreativer und echter Überzeugungstäter. Jetzt hat er sich entschieden, im Frühjahr 2020 etwas völlig Neues zu beginnen. Dafür wünschen wir ihm schon jetzt nur das Allerbeste. Gleichzeitig sagen wir Danke für acht gute gemeinsame Jahre, in denen Till die Spree kreativ weiterentwickelt und als Partner wichtige Impulse für die Gruppe gegeben hat", sagt CEO Peter Figge. Eckel kam 2011 von DDB zu Jung von Matt.


Nachdem klar war, dass er gehen wird, haben sich Figge sowie mutmaßlich auch Co-Gründer und Aufsichtsrat Jean-Remy von Matt nach einem Ersatz umgeschaut – und sind dabei auf ihren früheren Kollegen Harbeck gestoßen. "Jan versteht es, herausragenden Kreativen immer wieder neue Chancen zu bieten und so den Erfolg unserer Kunden über starke Marken zu treiben", sagt CEO Figge. Harbeck wird zusätzlich zu seiner Geschäftsführerfunktion – er leitet die Berliner Agentur zusammen mit Beratungschef Sven Rebholz – als Partner auch Mitgesellschafter der JvM-Gruppe. Zu seinen Aufgaben wird es unter anderem gehören, neue Talente an Bord zu holen.

Interessant zu beobachten sein wird darüber hinaus, wie sich das Konkurrenzverhältnis zum anderen Berliner Ableger JvM/Havel entwickelt. Deren Kreativchefs Lukas Liske und Daniel Schweinzer kennen Harbeck gut. Sie haben bereits bei BBDO zusammengearbeitet. Später folgten sie ihm zu dem ursprünglich für den vorigen Bundestagswahlkampf der CDU gegründeten zweiten Hauptstadt-Büro und Übernahme dort nach seinem und Mouslys Wechsel zu DDB die kreative Leitung. mam
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