IPG Mediabrands

Initiative-Chef Christian Scholz steigt aus

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CEO Christian Scholz verlässt Initiative
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CEO Christian Scholz verlässt Initiative
Unruhige Zeiten bei der deutschen Mediaagenturgruppe IPG Mediabrands: Nach Sven Weisbrich, der Mitte vorigen Jahres seinen Ausstieg als Deutschland-CEO von UM bekanntgab, hört nun auch der CEO von Initiative auf. Wie ein Sprecher auf Anfrage von HORIZONT bestätigt, verlässt Christian Scholz das Unternehmen. Als Grund nennt die Agentur, dass es den Manager zurück nach Frankfurt zieht. Von dort war der frühere WPP-Manager im Herbst 2016 zu Initiative nach Hamburg gewechselt. Der Interims-Nachfolger steht bereits fest.
Bis ein neuer CEO gefunden ist, übernimmt Operativchef Mathias Glatter den Chefposten. Er hatte die Agentur schon nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg des früheren Chefs Thorsten Schulz (heute: Deutschland-CEO der Dachgesellschaft IPG Mediabrands) interimistisch geführt. Glatter leitet die Agentur zusammen mit seinen Managementkollegen Axel Wiehler, Bastian Schwärmer, Michaela Mamczinski, Christian Jonas Lea und Daniela Jessen.


Das Führungsteam von Initiative um Interim-CEO Mathias Glatter (l.)
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Das Führungsteam von Initiative um Interim-CEO Mathias Glatter (l.)
Was genau den Ausschlag für den Entschluss von Scholz gegeben hat, die Agentur zu verlassen, ist unklar. Er selbst war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Fakt ist, dass sich Initiative unter seiner Führung zuletzt gut entwickelt hat. Laut Recma-Zahlen konnte die Agentur allein im Jahr 2018 das betreute Billingvolumen um mehr als 20 Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro steigern. Auch vom Arbeitgeber gibt es offiziell nur Lob: "Christian hat in den letzten Jahren maßgeblich zum Umbau und Wachstum der Agentur beigetragen. Initiative ist unter seiner Führung um 50 Prozent gewachsen. Wir bedauern seine Entscheidung und danken ihm für das, was er erreicht hat", sagt IPG-Mediabrands-Manager Thorsten Schulz.

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An einer schlechten Performance kann es also kaum liegen. Auch die vorige Woche bekannt gewordene Berufung von Petra Gnauert zur neuen DACH-Chefin der Muttergesellschaft dürfte nicht der Auslöser sein, da die Entscheidung von Scholz offenbar schon vorher gefallen ist. Womöglich haben ihm die Rahmenbedingungen nicht mehr gepasst. Aus dem Umfeld der Gruppe ist jedenfalls zu hören, dass die internationale Führung von IPG Mediabrands die Zügel anzieht und seinen lokalen Managern weniger Handlungsspielräume gibt als früher. Seit Herbst vorigen Jahres gibt es mit Daryl Lee wieder einen globalen CEO.


Was Scholz in Zukunft beruflich machen wird, ist nicht bekannt. Sein Ex-Kollege Weisbrich hat der Mediabranche komplett den Rücken gekehrt und versucht als Unternehmer, eine lokale Biermarke in Frankfurt zu etablieren. Die neue DACH-Chefin von IPG Mediabrands Gnauert erbt jedenfalls gleich zwei Baustellen. Sie muss jetzt nicht nur einen neuen CEO für UM finden, sondern auch einen für Initiative. Vorgänger von Gnauert war Michael Dunke. Sein Ausstieg war im Frühjahr 2019 bekannt geworden. mam
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