International Advertising Association

Konkurrenz für GWA, BVDW, OWM & Co

Der Präsident der International Advertising Association Srinivasan K. Swamy ist im Hauptjob Chef der größten indischen Werbegruppe RK Swamy Hansa Group, die zu Omnicom gehört
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Der Präsident der International Advertising Association Srinivasan K. Swamy ist im Hauptjob Chef der größten indischen Werbegruppe RK Swamy Hansa Group, die zu Omnicom gehört
Seit Herbst 2018 steht der Inder Srinivasan K. Swamy als Chairman und World President an der Spitze der International Advertising Assocation, die in mehr als 30 Ländern weltweit die Interessen der globalen Werbeindustrie vertritt. Um Deutschland hat die IAA, die unter anderem auch Chapters in Österreich, der Schweiz und Großbritannien betreibt, bislang einen Bogen gemacht. Das soll sich jetzt ändern. Swamy, im Hauptjob Chairman der größten indischen Werbekommunikationsgruppe RK Swamy Hansa Group (Omnicom), will die IAA auch hierzulande etablieren.

Zudem rührt er kräftig die Werbetrommel für den IAA World Congress, der erstmals in Indien stattfindet. Dort verspricht er ein Programm, das vor allem den Europäer den Atem rauben und die Begeisterung für seine Heimat wecken soll. Branchengrößen wie Carolyn Everson (Facebook), Marc Pritchard (P&G), Paul Polman (Unilever), Andrew Robertson (BBDO), Jacques Seguela (Havas) sind ebenso als Sprecher angekündigt wie die Marketingverantwortlichen der asiatischen Giganten Alibaba und Samsung. Im HORIZONT-Interview verrät Swamy, welche Pläne die IAA in Bezug auf Deutschland hat und weshalb der IAA World Congress es locker mit Events wie SXSW und Cannes Lions aufnehmen.

Die International Advertising Association will ein Chapter in Deutschland eröffnen. Warum erst jetzt? Da kann ich nur raten: Ich denke, die Branche war bisher von anderen Verbänden ausreichend repräsentiert so dass kein Bedarf bestand, mit der IAA zu kooperieren. Auf der anderen Seite wurden wohl auch von Seiten der IAA keine entsprechenden Bemühungen verfolgt.


Unter Ihrer Führung soll das anders werden. Warum? Deutschland ist die größte Wirtschaftsnation in Europa und die viertgrößte der Welt mit einer starken Marketing- und Kommunikationsbranche. Es liegt auf der Hand, dass die IAA ein Teil davon sein möchte. Deshalb möchten wir gerne auch deutsche Branchenvertreter beim IAA World Congress in Indien dabeihaben, um so den Pfad für ein deutsche IAA Chapter zu ebnen.
„Wir glauben fest daran, dass Werbung ein wichtige Wachstumsmotor ist. Ich glaube nicht, dass es irgendeine andere Organisation gibt, die den Nutzwert der Branche so gesamtheitlich beleuchtet wie wir“
Srinivasan K. Swamy
Sie sagen es eben selbst: In Deutschland gibt es schon genug Branchenverbände wie etwa den Gesamtverband Werbeagenturen GWA, den Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW, die Organisation der Werbungtreibenden im Markenverband (OWM) et cetera. Wieso nicht lieber mit denen kooperieren anstatt einen weiteren Verband aus dem Boden zu stampfen? Tatsächlich gibt es bisher keine Form der Zusammenarbeit mit den genannten Institutionen, was auch daran liegen mag, dass der IAA grundsätzlich anders aufgestellt ist. Die genannten Verbände repräsentieren jeweils nur einen Teilbereich der Branche. Die IAA repräsentiert hingegen das gesamte Spektrum der Werbeindustrie: Media, Agenturen und Werbungtreibende - und zwar weltweit. Wir glauben fest daran, dass Werbung ein wichtige Wachstumsmotor ist. Ich glaube nicht, dass es irgendeine andere Organisation gibt, die den Nutzwert der Branche so gesamtheitlich beleuchtet wie wir - dabei reicht die Palette von der Aus- und Weiterbildung bis hin zu Selbstregulierungsthemen und Wettbewerbsrecht.

Wie konkret sind aktuell Ihre Pläne für eine Niederlassung in Deutschland? Sehr konkret. Wir brauchen fünf Meinungsführer der Branche, um pro Woche 50 weitere Mitglieder mobilisieren zu können. Mit einigen sind wir bereits in Gesprächen, aber wir müssen hier durchaus noch signifikante Fortschritte machen.


Sie haben vorhin den IAA World Congress erwähnt, der nach Peking, Washington DC und Moskau Ende Februar erstmals in Indien stattfindet. Ich würde vermuten, diesen Event hat hier niemand aus der Branche auf dem Schirm. Was unterscheidet ihren Kongress von Veranstaltungen wie SXSW, Cannes Lions & Co? Er findet in Indien statt. Mal ernsthaft: Wenn Sie einmal auf einer der genannten Show waren, dann kennen Sie es. Es wiederholt sich. Auf der anderen Seite profitieren Sie immer davon, neue Orte und Kulturen kennenzulernen und sich mit Menschen aus aller Welt zu vernetzen. Ich kann Ihnen garantieren, dass man als Europäer von der indischen Gastfreundschaft überrascht sein wird. Abgesehen davon, dass weltweit führenden Branchenvertreter hier über die Zukunft der Werbeindustrie diskutieren, kann ich ein opulentes Event mit einem atemberaubenden abendlichen Unterhaltungsprogramm versprechen. bu

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