IHAF-Studie

Inhouse-Agenturen auf dem Vormarsch

Die Studie wurde vom Inhouse-Agenturen-Verband IHAF und Forrester erstellt
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Die Studie wurde vom Inhouse-Agenturen-Verband IHAF und Forrester erstellt
Die großen Werbeholdings stehen von verschiedenen Seiten unter Druck. Die IT-Beratungen attackieren sie im digitalen Marketing, multinationale Konzerne kürzen die klassischen Werbebudgets, Mediaetats werden genauer als früher unter die Lupe genommen und viele Kunden bauen verstärkt eigene Ressourcen auf.
Insourcing und Inhouse-Lösungen sind im internationalen Marketing weiter auf dem Vormarsch. Das geht auch aus einer aktuellen Untersuchung hervor, die das US-amerikanische Inhouse Agency Forum (IHAF) in Zusammenarbeit mit Forrester vorgelegt hat. Der Erhebung zufolge verfügen heute knapp zwei Drittel aller befragten Unternehmen über eine Inhouse-Agentur. Bei einer ähnlichen Umfrage vor zehn Jahren waren es nur knapp 40 Prozent. An der jetzigen Studie haben sich 325 Firmen aus verschiedenen Industriebranchen beteiligt.


Dass eine Untersuchung, die vom Verband der Inhouse-Agenturen in Auftrag gegeben wird, eher zu positiven Einschätzungen für die Geschäftsaussichten der eigenen Mitglieder kommt, ist keine große Überraschung. Dennoch lohnt ein genauerer Blick auf die Ergebnisse. Das gilt zum Beispiel in Bezug auf die wichtigsten Vorteile, die für die Zusammenarbeit mit firmeneigenen Agenturen sprechen. Bei der Befragung aus dem Jahr 2008 konnten die Inhouse-Anbieter vor allem mit höherer Kosteneffizienz und Geschwindigkeit punkten. Auch zehn Jahre später spielen diese beiden Faktoren eine wichtige Rolle. An vorderster Stelle nennen die befragten Unternehmen jetzt aber das Wissen über die eigene Marke sowie das Geschäftsfeld und -modell.

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Gegen Inhouse-Modelle gibt es aber auch gravierende Einwände. So haben es firmeneigene Agenturen in der Regel schwerer, talentierte Mitarbeiter an sich zu binden. Diese suchen meistens doch nach etwas mehr Abwechslung und einem breiteren Betätigungsfeld. Dass die Suche nach guten Leuten ein Engpass ist, fördert auch die vom IHAF vorgelegte Studie zutage – das Gleiche gilt übrigens für Know-how im digitalen Marketing. Hinzu kommt die nicht immer überzeugende Kreativ-Expertise der internen Anbieter. "Ich kenne so gut wie keine herausragende Kampagne, die in einer Inhouse-Konstellation entstanden ist", sagt Ex-Agenturchef Norbert Lindhof, der heute mit seiner Firma Aller Best Kunden bei der Agenturauswahl berät. mam

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