HORIZONT-Stiftung

Was hinter dem neuen Markenauftritt steckt

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Michael Boebel, Inhaber Creative Consulting, hat Logo und Auftritt der HORIZONTStiftung überarbeitet
© Michael Boebel/Creative Consulting
Michael Boebel, Inhaber Creative Consulting, hat Logo und Auftritt der HORIZONTStiftung überarbeitet
HORIZONT-Stiftungsrat und Grafikdesigner Michael Boebel erklärt im Interview, was den neuen Markenauftritt der HORIZONTStiftung ausmacht und worauf er besonderen Wert gelegt hat.
Die HORIZONT-Stiftung wurde 2006 gegründet. Mit welcher Idee haben Sie das Design neu gestaltet? Nach mehr als zehn Jahren wurde es Zeit, die Horizont-Stiftung mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und ihr einen anspruchsvolleren Auftritt zu verleihen. Die Erkenntnis von Albert Einstein "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt" erschien uns als ideale Basis, um auf dieser Philosophie eine neue Kampagne, einen neuen Look für die Stiftung zu kreieren. Denn: Ohne Phantasie geht nix, und wer sich immer nur auf sein Wissen beruft, steht still. Phantasie ist in uns allen und sie bewegt alles, letztlich die ganze Welt. Für unsere Branche gilt das umso mehr.
Ein Anzeigenmotiv im neuen Corporate Design der HORIZONTStiftung
© HORIZONT
Ein Anzeigenmotiv im neuen Corporate Design der HORIZONTStiftung
Wie eigenständig soll und darf der Auftritt sein, wenn hinter der Stiftung mit ihrem definierten Auftrag eine Medienmarke wie HORIZONT steht? Der neue Auftritt muss absolut eigenständig und neu sein, gerade wenn eine große Medienmarke wie Horizont dahintersteht. Der Erfolg der neuen Kampagne hat uns im Stiftungsrat dann selbst überrascht: Obwohl nur in ausgesuchten Medien geschaltet, hatten wir diesmal so viele Bewerbungen wie selten zuvor. Wir suchten den besten Nachwuchs 2019, und wir haben ihn gefunden. Auch 2020 werden sich wieder die Besten melden, die Kampagne wird mit neuen Motiven auf dem gleichen Niveau fortgeführt.

Worauf haben Sie konzeptionell und in der kreativen Umsetzung besonderen Wert gelegt? Das neue Layout muss schnell, einfach und ohne modischen Firlefanz sein. Der Content soll die Phantasie und den Intellekt fordern – und alles muss klassisch souverän aussehen. Konzeptionell gab es verschiedene Herangehensweisen, was die Bildinhalte anbelangt. Überraschende Vexierbilder, optische Täuschungen, frei interpretierbare Kunst, alles hatten wir auf dem Tisch und haben uns letztlich in der ersten Phase der Kampagne für das bekannte Ergebnis entschieden – der Erfolg gibt uns recht. Und das neue Logo – was hat Sie dazu inspiriert? Es gibt sehr viele Stiftungen. Jede beinhaltet ihren Namen und das Wort Stiftung – Stiftung aber eben nur als einfaches Wort. Es bleibt also nicht viel, womit man eine schnelle Bildmarke für eine Stiftung designen kann – außer, man verliert sich in Grafik-Art, und das geht fast immer auf Kosten der Lesbarkeit. Natürlich ist in unserem Fall die Marke Horizont unantastbar, ebenso die Farbe Blau.

Dann bleibt eigentlich nur das Wort "Stiftung", das erkennbar umgestaltet werden kann. Richtig. Das habe ich zu einem "Bild" gestaltet, indem einzelne Buchstaben, wo es Sinn macht, miteinander verbunden wurden. Im ersten Moment fällt das gar nicht besonders auf, aber man spürt beim Lesen: Irgendwas ist anders. Es entstand ein unverwechselbarer Schriftzug, ohne dass – und das ist wirklich wichtig – die Lesbarkeit verloren geht. In Kombination mit dem Wort Horizont, getrennt durch einen grauen Balken, ergibt das ein souveränes ästhetisches Logo mit absolutem Markencharakter. Das hat meines Wissens sonst keine andere Stiftung. Der Raum unter dem grauen Balken eröffnet natürlich auch die Möglichkeit, später eventuell weitere Inhalte zu transportieren. rol
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