HORIZONT fragt

Horst Wagner, Chairman Publicis Communications Germany

Hat keine Angst vor der Beraterkonkurrenz: Horst Wagner
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Hat keine Angst vor der Beraterkonkurrenz: Horst Wagner
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Kann man jungen Menschen guten Gewissens raten, in die Kommunikationsbranche zu gehen? Wie bleiben Sie kreativ? Wie würden Sie Ihrer Mutter Ihren Job beschreiben? Der Fragebogen von HORIZONT Online stellt Fragen, die in klassischen Interviews oft zu kurz kommen. In dieser Folge antwortet Horst Wagner, CEO Publicis Communications Deutschland.

Wie würden Sie Ihrer Mutter Ihren Job beschreiben? Mama, ich leite ein Team von circa 1.600 Mitarbeitern, die sich alle Mühe geben, ganz viele bekannte Unternehmen dabei zu unterstützen, erfolgreich zu sein.

Welchen Stellenwert haben Werbung und Marketing im digitalen Zeitalter? Einen hohen Stellenwert, weil wir Werbung benötigen, um sichtbar zu sein und Marketing benötigen, um erfolgreich zu verkaufen.

Wer ist Horst Wagner?
Der Chairman von Publicis Communications Deutschland ist einer der erfahrensten Digitalexperten auf Agenturseite. Seine Karriere startete der Betriebswirtschaftler 1986 als Leiter Produktion bei Springer & Jacoby. Als geschäftsführender Gesellschafter war er 1996 Mitgründer der S&J-Multimediaagentur Elephant Seven. 2006 fusionierte e7 mit Pixelpark, wo Wagner als CFO und CEO fungierte. Von 2013 bis 2017 war Wagner CEO von Publicis Pixelpark. Seit September 2016 verantwortet er die Deutschland-Aktivitäten von Publicis Communications (Publicis Pixelpark, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi, MSL, MetaDesign).
Kann man jungen Menschen noch guten Gewissens raten, in die Kommunikationsbranche zu gehen? Ja, wenn man es nicht mit dem verklärten Blick der 90er empfiehlt. Die Werbebranche ist in den letzten 15 Jahren eher spannender und facettenreicher geworden. Sie muss nur auch wieder von den Auftraggebern entsprechend belohnt werden.

Was war für Sie die außergewöhnlichste Kommunikationsmaßnahme/Kampagne in diesem Jahr? „Unofficial Football“ für Reporter ohne Grenzen zur Fußball-WM. Sie zeigt den Wahnsinn, wie mit einer Sportveranstaltung Missbrauch an Menschenrechten einfach zugedeckt wird.

Was war für Sie die enttäuschende Kommunikationsmaßnahme/Kampagne in diesem Jahr? Dazu möchte ich mich nicht äußern, weil ich dann Wettbewerber kritisieren müsste.
„Die Werbebranche ist in den letzten 15 Jahren eher spannender und facettenreicher geworden. Sie muss nur auch wieder von den Auftraggebern entsprechend belohnt werden.“
Horst Wagner
Was ist die größte Herausforderung bei der viel diskutierten "digitalen Transformation"? Augenmaß, Durchhaltevermögen und noch eine Steigerung des Unmöglichen in alle Überlegungen mit einzubeziehen. Und zuletzt den Willen aller Beteiligter, dass die Digitalisierung nicht zum „Zauberlehrling“ mutiert.

Fallen Ihnen Benchmarks aus Deutschland ein, wenn es um digitale Transformation geht? Zalando, Siemens, Viessmann, Sapient, Pixelpark, SinnerSchrader.

Verliert das Label „Made in Germany“ (Perfektion, Präzision, Fleiß, Zuverlässigkeit) gegenüber den Grundwerten der Internet-Ökonomie (Schnelligkeit, Experimentierfreude, Gründermentalität, Vision) an Zugkraft? Nein. Wir sind schon so international durchsetzt, dass sich deutsche Ingenieurskunst mittlerweile mit Gründermentalität, Experimentierfreude und Visionen perfekt vermischt. Allerdings steht uns häufig die übertriebene deutsche Selbstkritik im Wege.

Wie informieren Sie sich über Politik, Wirtschaft und Marketing? Internet, Handelsblatt, Manager Magazin, NDR Info.

Welches Buch/Film/Musik haben Sie zuletzt gelesen/gesehen/gehört? „The President is missing“, von Clinton und James Patterson, zum Entspannen und „Erkenne die Welt“ von Richard David Precht, zum klaren Kopf bekommen.

Wie bleiben Sie kreativ? Wenn einem 1.600 Mitarbeiter, die dazugehörigen Kunden und sieben Kinder hauptsächlich Freude bereiten, bleibt man zwangsläufig kreativ.




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