Heinsberg-Protokoll

Storymachine fordert Unterlassung von PR-Rat und Uwe Kohrs

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DRPR-Mitglied Uwe Kohrs soll eine Unterlassungserklärung abgeben - will das aber nicht tun
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DRPR-Mitglied Uwe Kohrs soll eine Unterlassungserklärung abgeben - will das aber nicht tun
Der Streit zwischen dem Deutschen Rat für Public Relations (DRPR) und Storymachine geht in die nächste Runde. Nachdem das Kontrollorgan die Agentur wegen ihrer PR-Begleitung einer Studie des Virologen Hendrick Streeck zur Ausbreitung des Corona-Virus im Landkreis Heinsberg öffentlich gerügt hatte, schlägt Storymachine nun zurück. Über ihren Medienanwalt Christian Schertz fordert die Agentur den PR-Rat und dessen Mitglied Uwe Kohrs auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben.
Dabei geht es allerdings nicht um die Rüge selbst - diese wurde wegen unprofessionellen Verhaltens ausgesprochen -, sondern um eine Interview-Aussage von Kohrs. Als bekannt wurde, dass sich der DRPR mit dem "Heinsberg-Protokoll" beschäftigen will, hatte Kohrs gegenüber HORIZONT erklärt, Storymachine sei seiner Dokumentationspflicht im Impressum erst dann nachgekommen, nachdem Kritik aufkam, dass diese Angaben fehlten. Dies sei eine unwahre und damit rechtswidrige Aussage, lässt Schertz den Rat nun wissen.


Gleichzeitig fordert er das Kontrollorgan auf, den Impressumseintrag auf der DRPR-Website rechtskonform zu formulieren. Dies sei bislang nicht der Fall, weil nicht klar werde, wer letztlich die Verantwortung für die Seite trage.

Ratsmitglied Uwe Kohrs erklärt auf Anfrage, dass er keine Unterlassungserklärung abgeben werde. Seine Äußerung im Interview habe seinen damaligen Wissensstand wiedergegeben. Dass die Überprüfung durch den PR-Rat keinen Verstoß gegen das Transparenzgebot ergeben habe, ändere nichts an der zeitlichen Abfolge. Falls Storymachine oder deren Anwalt dennoch eine einstweilige Verfügung erwirken wollten, könnten sie dies gern versuchen, so Kohrs. Gleichzeitig bedankt er sich für den Hinweis auf den eigenen Impressumseintrag. Dieser sei jederzeit rechtskonform gewesen, man habe ihn jetzt aber noch einmal präzisiert, damit es keine Missverständnisse mehr geben kann.


Wie es in der Angelegeheit nun weitergeht, muss man abwarten. Die Frist zur Erklärung gegenüber Storymachine beziehungsweise deren Anwalt Schertz haben DRPR und Kohrs jedenfalls verstreichen lassen. Noch ist nicht bekannt, ob und wie die Agentur darauf reagiert. mam
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