Hartes Sparprogramm

Omnicom kündigt Stellenabbau an - auch BBDO betroffen

   Artikel anhören
Omnicom-CEO John Wren will bis September auf sein Gehalt verzichten
© Omnicom
Omnicom-CEO John Wren will bis September auf sein Gehalt verzichten
Mit Omnicom kündigt die nächste internationale Werbeholding ein hartes Sparprogramm an. Zwar verzichtet der US-Konzern anders als die Wettbewerber WPP und Publicis darauf, eine konkrete Einsparsumme zu nennen, die Maßnahmen fallen aber nicht weniger drastisch aus. Holding-Chef John Wren schreibt in einer Mitteilung an die weltweit 70.000 Mitarbeiter, dass man die Auswirkungen der Corona-Krise nicht ohne Zwangsurlaub und Entlassungen wird bewältigen können.
Zu den weiteren Maßnahmen, die die Muttergesellschaft von Agenturnetzwerken wie BBDO, DDB und TBWA sowie des Mediaagenturverbunds OMG ergreifen will, gehören - wo möglich - die Teilnahme an staatlichen Unterstützungsprogrammen, Einstellungsstopp, die Reduzierung der Zusammenarbeit mit Freelancern und eingefrorene Gehälter. In diesem Zusammenhang kündigt Omnicom an, dass der Holding-Vorstand sowie die CEOs der einzelnen Networks und Geschäftsbereiche auf 30 Prozent ihres Gehalts verzichten werden. Konzernchef Wren will bis Ende September sogar vollständig auf sein Gehalt verzichten.

Network-Chef Andrew Robertson kündigt harte Sparmaßnahmen für BBDO an
© BBDO
Network-Chef Andrew Robertson kündigt harte Sparmaßnahmen für BBDO an
Gestoppt werden darüber hinaus sämtliche Ermessenskosten, wie zum Beispiel die Aufwendungen für die Teilnahme an Kreativwettbewerben und anderen Branchenveranstaltungen. Außerdem hat Omnicom sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt.

Betroffen von den Maßnahmen ist unter anderem das BBDO-Netzwerk. Dessen Chef Andrew Robertson erklärt, dass man die Agenturen der Gruppe sowohl in Bezug auf die Kapazität als auch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit umgestalten müsse. "Wir müssen einige schwierige Entscheidungen über Lohnkürzungen, Zwangsurlaub und bedauerlicherweise dauerhafte Kürzungen treffen", wird Robertson in der internationalen Presse zitiert.

Welche Auswirkungen diese Ankündigung auf die deutsche BBDO-Gruppe hat, ist noch unklar. Von der hiesigen Agentur war bislang keine Stellungnahme zu den Aussagen der Muttergesellschaft beziehunsgweise des eigenen Netzwerks zu erhalten. In der Regel kommen aber auch die Ländergesellschaften nicht ungeschoren davon, wenn die Zentralen drastische Sparprogramme auflegen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich BBDO schon vor Corona auf globaler Ebene nicht sonderlich gut entwickelt hat, unter anderem im Kernmarkt USA. mam    
Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    stats