Halbjahresbilanz

WPP schrumpft langsamer, deutscher Markt schwächelt

Die Werbeholding WPP hält an ihrer Prognose für das Gesamtjahr fest
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Die Werbeholding WPP hält an ihrer Prognose für das Gesamtjahr fest
Als letzte der großen internationalen Werbeholdings hat nun auch WPP seine Zahlen für das 1. Halbjahr vorgelegt. Die fallen erwartungsgemäß nicht sonderlich gut aus. Ohne durchlaufende Kosten verliert der Konzern, zu dem Agenturmarken wie Ogilvy, Grey, Wunderman Thompson und die Mediasparte Group M gehören, in den ersten sechs Monaten 2 Prozent des Umsatzes auf 6,15 Milliarden britische Pfund.
Allerdings konnte sich die Gruppe im 2. Quartal etwas erholen. Hatte man in den ersten drei Monaten noch fast 3 Prozent der Nettoumsätze verloren, verringerte sich der Rückgang im Zeitraum April bis Juni auf 1,4 Prozent, sodass für das 1. Halbjahr unter dem Strich ein Umsatzverlust von 2 Prozent steht. Sorgenkind bleibt die Region Nordamerika. Sie konnte den Abwärtstrend zwar etwas verlangsamen, verliert im 2. Quartal aber immer noch mehr als 5 Prozent der Umsätze, sodass sich für Januar bis Juni ein Umsatzminus von fast 7 Prozent ergibt.


In der Region "Western Continental Europe", zu der auch der deutsche Markt gehört, blieb der Umsatz im 1. Halbjahr nahezu stabil (-0,1 Prozent).  Während sich Märkte wie Frankreich, Italien und die Türkei positiv entwickelten, lief es in Deutschland laut WPP jedoch weniger gut. Genaue Zahlen für den hiesigen Markt nennt der Konzern allerdings nicht. Bei den einzelnen Sparten hat sich der Bereich "Data Investment Management" mit einem Plus von 1,2 Prozent am besten entwickelt. Ironie dabei: Erst vor kurzem hat WPP bekanntgegeben, 60 Prozent der Anteile von seiner Marktforschungssparte Kantar an den Finanzinvestor Bain Capital zu verkaufen, weil man das Geschäft nicht alleine betreiben und sich auf die Kernkompetenzen im Bereich Marketing und Media fokussieren will.

WPP-Chef Mark Read
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WPP-Chef Mark Read
Durch den Kantar-Deal fließen rund 1,9 Milliarden US-Dollar in die Kassen von WPP, davon sollen 1,2 Milliarden Dollar direkt den Aktionären zugute kommmen. Das dürfte diese nicht zuletzt deshalb freuen, weil die operative Marge aktuell um 1,2 Punkte auf 11,9 Prozent gesunken ist. Gleichwohl hält der Konzern an seinen Geschäftszielen für das Jahr 2019 fest und rechnet weiterhin mit einem Netto-Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent und einer um einen Prozentpunkt niedrigeren Marge als 2018. Der stabile Ausblick und die verbesserte Tendenz im 2. Quartal scheinen an der Börse gut anzukommen: WPP-Aktien legten am Morgen um knapp 7 Prozent zu.


Auch Konzernchef Mark Read ist zuversichtlich, das Unternehmen wieder erfolgreich machen zu können und verweist auf die zuletzt erzielten Etatgewinne bei Ebay, Instagram und L'Oréal. Gleichzeitig betont er, dass man sich immer noch in der Frühphase des auf drei Jahre angelegten Turn-around-Plans befindet. "Wir vereinfachen WPP weiter und bieten unseren Kunden ein integrierteres Angebot, bessere und kollaborativere Arbeitsumgebungen für unsere Mitarbeiter sowie weniger komplizierte Managementstrukturen", sagt der CEO. mam
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