GWA-Präsident Benjamin Minack

"Agenturen sollten besonnener auf die Krise reagieren"

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GWA-Präsdident Benjamin Minack kann sich auch IT-Berater als Mitglieder vorstellen
© Alexander Klebe
GWA-Präsdident Benjamin Minack kann sich auch IT-Berater als Mitglieder vorstellen
Die aktuelle Stellenanzeigenstatistik des ZAW lässt keinen Zweifel: Der Arbeitsmarkt in Werbung und Marketing ist wegen der Coronakrise extrem unter Druck. Im 1. Halbjahr 2020 war das Minus ausgeschriebener Jobs sogar größer als zur Finanzkrise vor zehn Jahren. GWA-Präsident Benjamin Minack bezeichnet die Entwicklung als "dramatisch", warnt vor einem handfesten Nachwuchsmangel und fordert seine Agenturkolleginnen und Kollegen zu mehr Weitsicht auf.
Die Coronakrise hat auch auf die Agenturen massive Auswirkungen. Laut aktueller ZAW-Stellenstatistik ist die Zahl der Stellenanzeigen der gesamten Werbe- und Marketingbranche im 1. Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 38 Prozent gesunken. Und das ist tatsächlich dramatisch. Nach einzelnen Unternehmenstypen differenziert, sind die Zahlen für uns als GWA sogar noch härter: Die Agenturen kommen laut ZAW auf ein Minus von 40 Prozent, die Werbungtreibenden hingegen nur auf 30 Prozent. Doch das Schlimmste ist: Es trifft jetzt vor allem junge Einsteiger und Nachwuchskräfte – und diese Entwicklung besorgt mich sehr.

Der ZAW nennt ein Minus von 40 Prozent bei den Praktikantenstellen und ein Minus von 34 Prozent bei Auszubildenden und Trainees. Und das bezieht sich ja nur auf neu ausgeschriebene Stellen. Hinzu kommen noch die vielen jungen Leute, deren Jobs in den vergangenen Monaten aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt oder deren befristete Verträge wegen der Coronakrise nicht verlängert wurden. Das ist fatal. Damit machen die betroffenen Agenturen gerade ihre Bemühungen der vergangenen Jahre um gute Nachwuchskräfte wieder kaputt.

Hat der GWA konkrete Zahlen über betriebsbedingte Kündigungen oder nicht verlängerte Verträge? Nein, das werden wir wohl erst im nächsten GWA-Frühjahrsmonitor empirisch belegen können. Meine Sorge ist dennoch groß, dass besonders die jungen Kolleginnen und Kollegen sehr stark betroffen sein könnten.

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