Für Superwahljahr 2021

Die Grünen formieren Agentur mit Matthias Riegel und Kurt Georg Dieckert

   Artikel anhören
Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner läutet den Wahlkampf ein
© Rasmus Tanck
Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner läutet den Wahlkampf ein
Im kommenden Jahr finden neben der Bundestagswahl auch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Die Grünen stellen sich bereits jetzt für den Wahlkampf auf und formieren eine Projektagentur, die sich um die Kampagnenaktivitäten auf Bundesebene kümmern soll. Das achtköpfige Kernteam geht unter dem Namen "Neues Tor 1" an den Start.
Ganz neu ist das Vorgehen nicht. Schon für den Bundestagswahlkampf 2017 hatten die Grünen unter dem Label "Ziemlich beste Antworten" ein Team aus der Partei nahstehenden Werbefachleuten ins Leben gerufen. Damals wie heute mit dabei: Matthias Riegel, im Hauptberuf Führungskraft bei der Berliner Agentur Wigwam. Er soll den Bundesvorstand der Grünen strategisch beraten und hat zugleich die "dramaturgische Leitung" der für 2021 geplanten Kampagne inne.

Neben dem letzten Bundestagswahlkampf hat er auch die Wahlwerbung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg verantwortet und soll das auch im kommenden Jahr wieder tun. Zudem war er bei den Wahlkämpfen der Grünen in Bayern, Schleswig-Holstein, Sachsen und Hamburg an Bord.

Die Kreation verantwortet Kurt Georg Dieckert, Chef der Berliner Agentur Dieckertschmidt. Er hat ebenfalls bereits für die Grünen gearbeitet - unter anderem bei den Europawahlen 2019 sowie für den Berliner Landesverband. Dessen Mandat für die Senatswahlen im kommenden Jahr hatte sich Dieckertschmidt erst vor kurzem erneut sichern können. Neben Riegel und Dieckert gehören zu dem achtköpfigen Kernteam von "Neues Tor 1" Theresa Reis (zuletzt beim WWF) und Berit Leune, die in der Markenkommunikation für Coca-Cola und BMW tätig war.

Der Name der Projektagentur lehnt sich nicht nur an die Adresse der Grünen-Bundesgeschäftsstelle in Berlin an. Vielmehr soll er auch dem Anspruch Ausdruck verleihen, mit dem die Partei in den Wahlkampf zieht: "Vom zweiten Platz aus kämpft man klar um das entscheidende Tor zum Sieg", sagt Michael Kellner, Politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen, mit Blick auf die aktuellen Umfragen, in denen die Grünen hinter der Union den zweiten Platz belegen.

In seinem Statement findet sich auch eine Formulierung, die klar dafür spricht, dass die Grünen mit einem eigenen Kanzlerkandidaten beziehungsweise einer eigenen Kanzlerkandidatin ins Rennen gehen wollen. Gehandelt werden in diesem Zusammenhang seit längerem die Co-Vorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock. "Unser Angebot ist deutlich ein Angebot an das gesamte Land, als Bündnispartei mit einer Person an der Spitze für ernsthafte Zukunftsgestaltung", so Kellner. Und weiter: "Wir bauen nur für diesen Zweck eine Agentur, mit der wir auf Sieg setzen, um den Kurs dieses Landes zu bestimmen." mam
    stats