Fortbildung

Wie GWA und Berlin School Führungskräfte fit für die Digitalisierung machen wollen

Mirco Hecker, GWA Service, und Susann Schronen, Berlin School, arbeiten zusammen am Thema Fortbildung
© GWA&Berlin School
Mirco Hecker, GWA Service, und Susann Schronen, Berlin School, arbeiten zusammen am Thema Fortbildung
Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) macht gemeinsame Sache mit der Berlin School of Creative Leadership. Die beiden Kooperationspartner starten im Oktober ein englischsprachiges Fortbildungsangebot, das sich explizit an Führungskräfte aus Agenturen und werbungtreibenden Unternehmen richtet, da Vorwissen in Sachen Führung als Basis für das Training gefordert ist, auf dem der Dozent aufbauen kann.

In zwei Modulen, die jeweils zwei Tage dauern, sollen die Teilnehmer wie Etat- und Kreativdirektoren beziehungsweise Produktmanager lernen, wie Digital Leadership funktioniert. „Die Maßnahme leistet einen Beitrag, Innovationskulturen auch in Agenturen und bei ihren Auftraggebern entstehen zu lassen. Die Teilnehmer sollen ein grundlegendes Verständnis dafür entwickeln, wie sie mit den rapiden Veränderungen durch die Digitalisierung als Führungskraft umgehen“, sagt Susann Schronen, CEO bei der Berlin School of Creative Leadership.

Dazu geben ihnen GWA und Berlin School eine Art Werkzeugkoffer mit verschiedenen Führungsinstrumenten an die Hand, mit dessen Hilfe sie lernen, agil zu führen. Während des Präsenztrainings sollen die Führungskräfte anhand von Praxisbeispielen erarbeiten, wie sie beispielsweise mit Emotionen von Mitarbeitern umgehen oder welche Analyse-Tools ihnen zur Verfügung stehen, um nur zwei konkrete Beispiele zu nennen. Ein Briefing, welche Art von Cases aus ihrem Berufsalltag sich als Material für das Training eignen, erhalten die mindestens 15 und maximal 30 Teilnehmer zur Vorbereitung auf die Weiterbildung.

Das neue Angebot ist in zwei Module gegliedert, die einzeln, aber auch im Paket gebucht werden können. „Im 1. Modul lernen die Teilnehmer, wie sie selbstbewusst in einem Kontext führen, in dem stetiger technologischer Wandel zur Normalität geworden ist. Das 2. Seminar konzentriert sich stark auf die Person als Führungskraft“, erläutert Schronen die inhaltliche Ausrichtung des Angebots.

„Im deutschen Kommunikationsmarkt muss sich noch die Erkenntnis durchsetzen, dass man in Aus- und Weiterbildung, im Sinne des Lifelong Learning, viel Zeit und Geld investieren muss, gerade wenn man im digitalen Wandel bestehen will.“
Susann Schronen
Für die Berlin School ist das neue Fortbildungsangebot eine Ergänzung zu ihrem bestehenden Portfolio aus dem international etablierten Executive Master of Business Administration (MBA) in Creative Leadership und den maßgeschneiderten Weiterbildungsprogrammen für Agenturen und Institutionen, die die Berlin School unter anderem in Großbritannien, Brasilien, Ecuador, Australien und Dubai, aber auch bei den Cannes Lions beispielsweise als „Creative Leaders Program“ durchführt.

Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Agenturverband soll dem Bildungsanbieter zudem helfen, in Deutschland sichtbarer zu werden – denn in ihrem Heimatmarkt wird das Angebot der Berlin School weniger genutzt als in verschiedenen anderen Kreativmärkten. Grund dafür ist nach Ansicht von Schronen zum einen ein übervolles und damit unübersichtliches Weiterbildungsangebot, aber auch die Haltung vieler Agentur- und Marketingchefs: „Im deutschen Kommunikationsmarkt muss sich noch die Erkenntnis durchsetzen, dass man in Aus- und Weiterbildung, im Sinne des Lifelong Learning, viel Zeit und Geld investieren muss, gerade wenn man im digitalen Wandel bestehen will“, sagt sie.

Von der Schwierigkeit, sich mit Weiterbildungsangeboten bei Agenturen durchzusetzen, kann der GWA einiges erzählen. Nach mehreren Versuchen, Teilnehmer für eigene Programme wie etwa das „G-Level“ eines mehrstufigen Bildungsangebots zu gewinnen, hat der Verband zuletzt 2015 seine aufwendige kostenpflichtige Plattform „Need for Brains“ nach rund zwei Jahren wieder dichtgemacht. „Da haben wir leider viel Geld versenkt, weil wir dachten, wir könnten so etwas selbst aufbauen. Das war ein Irrtum“, resümierte Ex-GWA-Präsident Ingo Faecks Ende 2017 im Interview mit HORIZONT.

Heute sieht der Verband seine Rolle bei dem Thema anders: „Der GWA kann Weiterbildungsthemen identifizieren, die für Agenturen relevant sind. Für den inhaltlichen und pädagogischen Teil neuer Fortbildungsangebote suchen wir uns starke, kompetente Partner“, sagt Mirco Hecker, Geschäftsführer GWA Service, der das neue Format mit Schronen geformt hat. Mit den neuen Trainings wollen die Kooperationspartner zunächst auf dem deutschen Markt reüssieren – Fortbildungsbedarf im Bereich Digital Leadership haben die Mitgliedsagenturen signalisiert. „Eine spätere Internationalisierung schließen wir aber nicht aus – unter anderem mit Touren ins Silicon Valley haben wir in den letzten Jahren ein großes internationales Netzwerk aufgebaut“, sagt Hecker. ems




stats