Fleishman Hillard

Bayer gibt PR-Agentur endgültig den Laufpass

   Artikel anhören
Die Bayer-Zentrale in Leverkusen
© Bayer
Die Bayer-Zentrale in Leverkusen
Bayer hat die Zusammenarbeit mit Fleishman Hillard endgültig beendet. Die PR-Agentur hatte die Bayer-Tochter Monsanto bei der Erstellung von Namenslisten mit Glyphosat-Kritikern unterstützt. Nachdem man die Zusammenarbeit nach Bekanntwerden dieser Listen zunächst "auf Eis gelegt" hatte, hat sich Bayer nun entschlossen, die Zusammenarbeit mit Fleishman Hillard in den Bereichen Communications und Public Affairs bis auf Weiteres zu beenden.
Mit der Agentur habe man an verschiedenen Stellen zusammengearbeitet, gibt Bayer im Zusammenhang mit den umstrittenen Stakeholder-Listen an. Bei allen laufenden Aktivitäten prüft Bayer eigenen Angaben zufolge die vertraglichen Möglichkeiten für einen baldmöglichen Ausstieg. Projekte im Bereich Marketing seien von dieser Entscheidung ausgenommen.

Die Listen, mit denen Monsanto offensichtlich Gegner des eigenen Geschäftsbeobachten wollte, existierten Bayer zufolge in mehreren europäischen Ländern. Nach aktuellem Stand handelt es sich dabei um Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und das Vereinigte Königreich. Außerdem stünden Namen von "Stakeholdern im Zusammenhang mit EU-Institutionen" auf diesen Listen.

Nachdem französische Medien den Skandal aufgedeckt hatten, hatte Bayer angekündigt, die betroffenen Personen zu informieren. Wie der Konzern nun bekannt gibt, werde man damit "spätestens Ende der kommenden Woche" beginnen. Mit der Untersuchung der Affäre hat Bayer die 
internationale Anwaltskanzlei Sidley Austin beauftragt. Die Untersuchung wird von deren Brüsseler Büro aus koordiniert. ire
stats