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Der verstorbene Protagonist in "The Last Wish" will unbedingt in Deutschland beerdigt werden - aus gutem Grund
Filmakademie Baden-Württemberg
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Wenn ein Spec-Spot zur perfekten Antwort auf Donald Trump wird

Der verstorbene Protagonist in "The Last Wish" will unbedingt in Deutschland beerdigt werden - aus gutem Grund
Mit seiner Drohung, Strafzölle gegen deutsche und europäische Auto-Importeure zu verhängen, weil diese angeblich die "nationale Sicherheit" der USA bedrohten, hat Donald Trump kürzlich mal wieder für große Empörung gesorgt. Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg haben jetzt die passende Antwort auf Trumps markige Worte gefunden - und legen einen witzigen Spec-Spot vor, der das politische Thema auf überraschende Weise aufgreift.
von Tim Theobald Mittwoch, 11. Juli 2018
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"The Last Wish" heißt der 50-sekündige Clip, bei dem der junge Nachwuchs-Werbefilmer Raphael Ghobadloo Regie führte. Er spielt in einer Kirche in Schwangau im Allgäu, wo gerade die Trauerfeier für einen ehemaligen US-Soldaten stattfindet. Als sowohl die neugierige Enkeltochter als auch der Priester bei der Tochter des Verstorbenen nachfragen, warum er ausgerechnet in Deutschland sterben und beerdigt werden wollte, hält das Team um Regisseur Ghobadloo die überraschende Auflösung bereit: Der sichtlich zufrieden im Sarg liegende Amerikaner wollte seine letzte Autofahrt unbedingt in einem Leichenwagen von Mercedes-Benz absolvieren.


Die Idee stammt von den beiden Werbefilmstudenten Janne Naumzik und Andrej Sorin, die damit bei Regisseur Ghobadloo vorstellig wurden. "Ich wusste sofort, dass ich daraus einen Spot machen wollte", sagt Ghobadloo gegenüber HORIZONT Online. Noch am gleichen Tag setzte sich der Nachwuchsfilmer gemeinsam mit Kameramann Julian C. Steiner und Producer Hannes Höhn an die Ausarbeitung des Konzepts. "Wir wollten einen dramaturgischen Bruch erzählen. Langsam, atmosphärisch beginnen und dann in einem klassischen Car-Commercial enden, damit der Twist möglichst kontrastreich funktioniert."

Das Team überzeugte die Schulleitung der Filmakademie Baden-Württemberg schließlich, den Film als Sonderprojekt anzumelden. Das technische Equipment der Akademie konnten die Filmemacher nutzen, finanzieren mussten sie das Projekt allerdings selbst. Als der Film abgedreht und Ghobadloo und Co gerade mitten in der Schnittphase waren, las der Regisseur von den Drohungen des US-Präsidenten gegen deutsche und europäische Autobauer. "Da wurde mir schlagartig bewusst, dass unser Spot genau zur rechten Zeit fertig wurde, um diese aktuelle Thematik mit einem Augenzwinkern zu begleiten", so Ghobadloo. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Studenten von der Filmakademie Baden-Württemberg einen provokanten Spec-Spot für Mercedes-Benz drehen. 2013 setzte Jungregisseur Tobias Haase einen Film als Abschlussarbeit um, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge in seinem Heimatdorf Braunau von einer Mercedes-Karosse überfahren wird. Der Film sorgte für mächtig Furore im Netz, der Stuttgarter Hersteller distanzierte sich ausdrücklich von der studentischen Arbeit. Dennoch konnte der Spec-Spot einige Kreativpreise gewinnen.


Neben Ghobadloo, Naumzik, Sorin, Höhn und Steiner wirkten Magdalena Wolff (Producer), Gürcan Cansever (Editor), Stefan Benz (Music), Robin Harff, Floyd Fürstenau (Sounddesign), Thomas Rother (Sound Recording), Nadine Bucher, Iris Dobler (Make up), Marie Summer, Medeleine Schoch (Kostüm), Amelie Hofmann (Production Design) sowie Marvin Sprengl (VFX) an dem Film mit. Die Produktion teilten sich die Filmakademie Baden-Württemberg, Atropos Film, Triebwerk Films und Black Cats Filmtt
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