Ex-Antoni-Partner

Veit Moeller wird Kreativchef von Anomaly Berlin

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Veit Moeller wechselt von Antoni zu Anomaly
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Veit Moeller wechselt von Antoni zu Anomaly
Überraschende Neuigkeiten aus der Berliner Kreativszene: Veit Moeller hat als Kreativchef bei Anomaly angeheuert. Der hochdekorierte Kreative kommt von Antoni, wo er als Executive Creative Director und Partner tätig war. Mit Veits Abgang bei der Mercedes-Agentur ist das berühmt-berüchtigte MTV-Trio Geschichte. Lange galten Moeller und seine Kreativpartner Marcell Francke und Tilman Gossner als Treiber für die kreative Weiterentwicklung des Autobauers und kommende Führungsgeneration von Antoni.
Über die Hintergründe für seinen Wechsel sagt Moeller, dass er nach viereinhalb Jahren auf der Suche nach einer neuen Herausforderung gewesen sei und Anomaly für ihn ein "No-Brainer" war. Er habe die Agentur immer schon bewundert, weil sie eher Kreativunternehmen als Werbeagentur sei. Ihm gefalle es, dass Anomaly die wirtschaftlichen Probleme ihrer Kunden mit Kreativität zu lösen versucht und ihr Output von innovativen Prototypen bis hin zu Entertainment-Formaten reicht. Außerdem lobt er die generelle Aufstellung des globalen Netzwerks, das frei von großen Egos sei. Zu den weiteren Stationen des Top-Kreativen zählen DDB Berlin, Strawberryfrog in Amsterdam und TBWA.

Sein Vorgänger bei Anomaly Frank Hahn hat die Agentur bereits Ende letzten Jahres verlassen. CEO Simon Owen erklärt, es habe unterschiedliche Ansichten über die künftige Ausrichtung der Agentur gegeben. Einen neuen Job scheint Hahn laut seinem Linkedin-Profil und eigener Website noch nicht zu haben. Vor Anomaly war der Kreative unter anderem bei 72andSunny in Los Angeles sowie Wieden+Kennedy in Amsterdam, Shanghai und Tokio tätig.
Simon Owen, CEO von Anomaly Berlin
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Simon Owen, CEO von Anomaly Berlin
Seit Hahns Abgang im Dezember agierte Anomaly Berlin ohne kreative Führung. Jetzt kommen gleich zwei neue Manager dazu. Neben Moeller ist Amanda Feve als Partnerin und Chief Strategy Officer neu im Team. Sie ist bereits seit sieben Jahren im Netzwerk tätig. Erst kürzlich ist sie zum CSO von Anomaly in Amsterdam aufgestiegen und wird ihren Verantwortungsbereich nun auf den deutschen Markt erweitern. Karina Wilsher, Global CEO von Anomaly, sagt zu den Veränderungen: "Wir haben ein fantastisches Momentum in Europa mit anhaltend starker Performance in Berlin." Neuzugang Moeller bilde in Kombination mit den Anomaly-Urgesteinen Simon Owen und Amanda Feve das perfekte Team, um die deutsche Erfolgsstory fortzusetzen. Er sei ein innovativer Denker, der eindrucksvoll unter Beweis gestellt habe, dass er in der Lage ist, globale Kunden kreativ zu führen.
Amanda Feve verstärkt Anomaly Berlin als Chief Strategy Officer
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Amanda Feve verstärkt Anomaly Berlin als Chief Strategy Officer
Zu Letzteren gehört auch der jüngste Neukunde auf der Kundenliste: L’Occitane en Provence. Der Hersteller von exklusiver Naturkosmetik hat Anomaly Berlin erst dieses Frühjahr – also mitten in der Coronakrise – zu seiner neuen Leadagentur ernannt. Die Entscheidung fiel nach einem Pitch, bei dem der langjährige Etathalter DDB das Nachsehen hatte. Bei der künftigen Ausrichtung der Marke soll insbesondere deren Verpflichtung zu Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt werden. Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit sollen noch in diesem Jahr zu sehen sein.

Ebenfalls im Frühjahr wurde bekannt, dass Mini seinen Kreativ- und Digitaletat bei Anomaly bündelt. Angesichts der Verpflichtung des versierten Autowerbers Moeller liegt die Vermutung nahe, dass er künftig bei dem Neukunden eine wichtige Rolle spielen könnte. Das wird aber nicht der Fall sein, betont Owen. Die BMW-Submarke wird primär aus London heraus betreut. Einen Autokunden gibt es jedoch auch in Berlin: Porsche. Die Agentur ist seit 2019 globale, digitale Leadagentur der Premiummarke. Sie teilt sich das Mandat mit UDG und Proximity.

Neu auf der Kundenliste steht außerdem Harry’s. Dabei handelt es sich um ein US-Unternehmen, das Rasier- und Pflegeprodukte für Männer und Frauen verkauft. In Deutschland hat Harry’s einen Produktionsstandort in der thüringischen Kleinstadt Eisfeld, wo seit einhundert Jahren die Rasierklingen für Harry’s hergestellt werden. Anomaly soll der Marke dabei helfen, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen – bisher vertreibt Harry’s seine Produkte vor allem online und über ausgewählte Handelspartner in Kanada, Großbritannien und den USA.

Daneben arbeitet Anomaly Berlin in unterschiedlichen Konstellationen – teils als fester Partner, teils auf Projektbasis – für Marken wie Rimowa, Ancestry, Netflix, Zalando, Huawei, Google, Instagram, Sennheiser und Zalando. Ein weiterer Neukunde aus dem Technologiebereich kam kürzlich noch hinzu. Über ihn kann Owen jedoch noch nicht sprechen. Er gibt es sich aber äußerst optimistisch, was die Entwicklung des Standorts betrifft: "Uns ist es in den vergangenen drei Jahren gelungen, etwas sehr Besonderes in Berlin aufzubauen, das zurzeit mit keinem anderen Angebot auf dem Markt vergleichbar ist. Wir verstehen uns als Agentur, die auf Augenhöhe mit ihren Kunden arbeitet und sie bei ihren größten unternehmerischen Herausforderungen unterstützt. Ich bin sicher, dass Veit und Amanda uns dabei helfen werden, das nächste Level auf unserem Weg zu erreichen."

Aktuell arbeiten etwa 25 bis 30 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Allerdings hebt Owen an dieser Stelle noch einmal die enge Zusammenarbeit zwischen den weltweiten Anomaly-Offices hervor: "Genau genommen besteht unser Team aus 800 Mitarbeitern. Bei globalen Mandaten wie Rimowa ist es eigentlich immer so, dass auch Teams aus New York oder Shanghai kontinuierlich mit daran arbeiten. Die Coronakrise hat uns die Stärken unseres Modells noch einmal vor Augen geführt: Wir sind ein flexibles Netzwerk, dessen Mitarbeiter es gewohnt sind, per Video-Konferenz miteinander zu arbeiten. Das war schon vor Covid-19 der Fall und wird künftig noch mehr so sein, dass unsere Mitarbeiter von überall remote arbeiten können." bu
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