DKMS-Kampagne

Wofür Jérôme Boateng sogar ein Champions-League-Finale sausen lassen würde

Starkicker Jérôme Boateng will Wattestäbchen zum Hipster-Accessoires machen
© Denkwerk
Starkicker Jérôme Boateng will Wattestäbchen zum Hipster-Accessoires machen
Jérôme Boateng macht nicht nur auf dem Fußballplatz eine gute Figur, auch abseits des Rasens fällt der Starkicker auf. Sein extravagantes Auftreten brachte ihm vor vier Jahren sogar den Titel "stilvollster Mann Deutschlands" ein, verliehen von der Männerzeitschrift GQ. Seinen Kultstatus als Trendsetter will er nun dafür nutzen, um anderen zu helfen - und zwar als Hauptakteur einer groß angelegten Kampagne für die DKMS.

Boateng hat bereits in der Vergangenheit mit der NGO zusammengearbeitet und zündet im Kampf gegen Blutkrebs nun die nächste Stufe – und zwar auf seine ganz eigene Weise. Unter dem Motto "Helfen-mit-Style" will er ab heute seine rund sechs Millionen Instagram Follower dazu motivieren, sich als potenzielle Stammzellenspender bei der DKMS registrieren zu lassen. Das ungewöhnliche daran: Sie sollen die Selbstkosten von 42 Euro für die Typisierung idealerweise auch noch selbst bezahlen. Wie das funktionieren soll, erklären Frank Dille, Gründer der auf Social Campaigning spezialisierten Düsseldorfer Agentur MUT und Jochen Schlaier, Kreativgeschäftsführer von Denkwerk in Köln. Die beiden Agenturen haben das Projekt #Helfenmitstyle gemeinsam umgesetzt.


Die Idee: Boateng verkauft das Typisierungsset via Instagram - und zwar verpackt in einer stylischen Brillenbox.  Gemeinsam mit Edel-Optics, dem Partner von Boatengs Brillenkollektion, hat der Fußballer eine limitierte Edition hochwertiger Brillenetuis designt. In diesen 42 Euro teuren #JB17-Boxen macht sich das standardisierte Typisierungsset auf den Weg zu den potenziellen Spendern.

Herzstück der Kampagne ist ein Film, in dem Boateng auf die limitierten Boxen und sein Anliegen aufmerksam macht. Realisiert wurde der Clip von Studio Seidel unter der Regie von Florian Seidel. Neben Boateng sind hier noch die Models Luisa Hartema und Adima Zülch mit von der Partie, die ihre Fans und Follower ebenfalls zum Helfen mit Style animieren wollen. Facebook und Wall Decaux unterstützen die Aktion als Vermarktungspartner. Gleiches gilt für das Vereinsnetzwerk Anschlusstor, das via Plakate in den zahlreichen deutschen Amateurclubs auf die Kampagne aufmerksam machen wird. Denkwerk wiederum hat nicht nur den Webshop Helfen-mit-Style.de realisiert, sondern diesen auch für Instagram optimiert. Soll heißen: Boas Brillenbox kann direkt in der Instagram-App gekauft und bezahlt werden.


„Das Wattestäbchen rettet Leben. Das hat ja wohl allen Style der Welt. Nur die Verpackung konnten wir noch etwas pimpen.“
Jerome Boateng
Vor allem junge, trendbewusste Männer sollen von der Aktion angesprochen werden, bei der ein Wattestäbchen zum Objekt der Begierde wird. "Das Wattestäbchen rettet Leben. Das hat ja wohl allen Style der Welt. Nur die Verpackung konnten wir noch etwas pimpen", sagt Boateng, der im Herbst in einem Interview mit der RTL-Nitro-Sendung "100 % Bundesliga" erklärte, er wäre sogar bereit, auf ein Champions-League-Finale zu verzichten, wenn er als potenzieller Spender infrage käme und nur an diesem Tag die Chance hätte, ein Leben zu retten.

Zwei gekreuzte Wattestäbchen sollen in den sozialen Netzwerken zum Symbol der Kampagne werden. Mithilfe diverser Influencer, die Boateng flankieren, soll das Zeichen verbreitet werden. "Die extravagante Kampagne schafft enorme Aufmerksamkeit für das Thema Blutkrebs", ist Dille überzeugt. Es gehe hier nicht um Fundraising, sondern um die Sensibilisierung für die Kosten, die in Zusammenhang mit einer Typisierung entstehen. "Blutkrebs ist natürlich ein ernstes Thema. Aber die Heilungschancen sind oft sehr gut und man kann den Betroffenen mit einer einfachen Spende helfen. Das ist cool. Und wir finden, dass die Kampagne das ziemlich gut rüberbringt", sagt Jochen Schlaier, Kreativgeschäftsführer von Denkwerk.

Darüber hinaus sei der Auftritt auch ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Marke und eine Celebrity auf Augenhöhe zusammenbringen kann, stellt Kai Birras fest. Der Sportmarketing-Manager war ebenfalls mit im Boot – er stellte den Kontakt zu Boatengs Management her. Der freie Markenberater kennt sich im Fußballbereich bestens aus, hat er doch fast zehn Jahre lang bei Sport Total Top-Kicker wie Marco Reus, Toni Kroos und Mario Götze betreut und in Partnerschaften mit globalen Marken begleitet. Vor seiner Selbstständigkeit war er zwei Jahre lang als Geschäftsführer in der Managementgesellschaft Companion-M von Mario Götze tätig. Bei der Kampagne Helfen-mit-Style sei das gesamte Drumherum auf Boateng abgestimmt worden und darauf, wie er sich selbst sieht und als Marke präsentieren will. Nur so könne eine Win-win-Situation für alle Beteiligten entstehen, ist Birras überzeugt. bu

 
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