Special

Peter Figge auf dem Deutschen Medienkongress
Getty Images / Alexander Hassenstein / Alex Grimm)
Deutscher Medienkongress

Peter Figges Plädoyer gegen Banalisierung

Peter Figge auf dem Deutschen Medienkongress
Der Titel von Peter Figges Vortrag beim deutschen Medienkongress machte neugierig, zumindest der erste Teil: "Werben und Verkaufen - Über Aufmerksamkeit, Merkwürdigkeit und Merkfähigkeit". Wollte der Chef von Jung von Matt bei der Jahresauftaktveranstaltung von HORIZONT tatsächlich eine Keynote über den Wettbewerber aus München halten? Nein. Er nutzte den Titel, um Aufmerksamkeit für sein eigentliches Thema zu generieren: den Umgang mit Komplexität.
von Mehrdad Amirkhizi Mittwoch, 23. Januar 2019
Alle Artikel dieses Specials
X
Im Mittelpunkt stand die Fragestellung, was Unternehmen, aber auch Agenturen und Medien tun können, um mit der immer komplizierter, unübersichtlicher und uneindeutiger werdenden Welt zurechtzukommen. Wie sich die Ausgangssituation verändert hat, machte Figge an einem Beispiel fest: 2010 umfasste die JvM-Präsentation, mit der Zalando gewonnen wurde, insgesamt 60 Charts. Die Präsentation für den Adidas-Pitch im Jahr 2018 umfasste insgesamt 450 Slights.


#DMK19: Der 1. Tag des Deutschen Medienkongresses in Bildern


Die übliche Reaktion, um der Komplexität Herr zu werden, folgt laut Figge drei Mustern: Kategorien und Schubladen bilden, starre Maximen aufstellen und alte Gewohnheiten bedienen. Genau davor warnt aber der JvM-Chef.

„Die Frage, ob Kreativität oder Technologie den Unterschied macht, kann ich nicht mehr hören.“
Peter Figge
Besonders nervt ihn dabei die Neigung von Journalisten, bei komplizierten Sachverhalten Entweder-Oder-Positionen einzufordern. "Die Frage, ob Kreativität oder Technologie den Unterschied macht, kann ich nicht mehr hören", so Figge. "Für mich gibt es da kein Oder". Vielmehr gehöre beides zusammen. Das Gleiche gelte für die Frage Brand oder Performance. "Diese Entweder-Oder-Haltung banalisiert die Dinge, und das ist saugefährlich", findet Figge.


Trotzdem plädiert der Agenturchef für einfache Lösungen. Um diese finden zu können, müsse man aber zunächst Komplexität zulassen - und drei Dinge trainieren: Heterogenität, Kollaboration und Transparenz. Wie man dann auch schwierige Probleme lösen kann, demonstriert er an - kleiner Schönheitsfehler, weil pro Domo - an zwei Arbeiten aus dem Hause Jung von Matt: DKB und BMW.com. mam
Themenseiten zu diesem Artikel:
stats