Deutsche Krebshilfe

Mit diesem gefährlichen Kunstwerk kämpft Heimat gegen Hautkrebs

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Die Lichtkonstruktion des Berliner Künstler-Duos "LOW BROS"
© obs/Deutsche Krebshilfe/Dennies Schnieber
Die Lichtkonstruktion des Berliner Künstler-Duos "LOW BROS"
Mit Kunst gegen Hautkrebs: Zusammen mit der Kreativagentur Heimat und dem Berliner Künstlerduo "LOW BROS" haben die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) eine Lichtkonstruktion entwickelt, die für den Betrachter nur dann sichtbar wird, wenn er UV-sichere Schutzkleidung trägt. Mit der Arbeit, an der auch die Agenturen Intermate und Achtung beteiligt sind, rückt die Krebshilfe die gesundheitlichen Gefahren von Solarien in die öffentliche Wahrnehmung.
"Spectrum. The most dangerous artwork" - so heißt das Kunstwerk, das von der Krebshilfe und der ADP auf einer eigens veranstalteten Vernissage am 22. Januar in den Berliner Reinbeckhallen präsentiert wurde. Der Clou: Um die Lichtinstallation sehen zu können, müssen die Gäste weiße Ganzkörperanzüge mit Schutz-Visier tragen, da sie so vor krebserregenden ultravioletten Strahlen geschützt werden. Die Installation selbst ist ein Tempel, in dem eine künstliche Sonne über einem abstrakten Altar schwebt.
"Ein Sonnenstudio ist in unseren Augen eine Kultstätte, in dem sich ein wiederkehrendes Ritual vollzieht", sagen die beiden "LOW BROS" Christoph und Florin Schmidt. "In unserer Installation 'Spectrum' heben wir den Aspekt der Sonnenanbetung heraus und legen den Fokus auf das Objekt der Anbetung: eine Sonne aus echten UV-Röhren, von der eine reale Bedrohung ausgeht."

"Mich berührt das Kunstwerk", ergänzt Susanne Klehn, Moderatorin und Botschafterin der Deutschen Krebshilfe für Hautkrebsprävention. "Ich selbst habe mich als Jugendliche oft künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Gebräunte Haut und gute Laune waren zunächst tolle Kicks. Mit 27 Jahren erkrankte ich dann lebensgefährlich an schwarzem Hautkrebs. Es ist mir daher ein Herzensanliegen, dass speziell junge Menschen Solarien fernbleiben."

Die Idee für das Kunstwerk hatten die LOW BROS zusammen mit der Berliner Kreativagentur Heimat. Für Tom Hauser, Executive Creative Director bei Heimat, fließen bei "Spectrum" verschiedene Aspekte zusammen: "Kunst und das Streben nach Schönheit: zwei große Hypes unserer Zeit. An dieser Schnittstelle setzt 'Spectrum' an, ein Todesstern des 21. Jahrhunderts. Wer sich ungeschützt der UV-Strahlung der Installation aussetzt, begibt sich in große Gefahr." So wolle die Agentur zeitgemäß auf die Risiken von Solarien aufmerksam machen und zeigen, dass das Streben nach ästhetischer Perfektion "oftmals ein größeres Opfer erfordert als erwartet". tt
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