Corona-Krise

Kommunikationsbranche fordert Sonderregelungen

   Artikel anhören
Uwe Kohrs setzt die Verbandsallianz zusammen mit Lutz Meyer um
© GPRA
Uwe Kohrs setzt die Verbandsallianz zusammen mit Lutz Meyer um
Die Verbände der Kommunikationswirtschaft suchen nach Möglichkeiten, sich in der Corona-Krise schützend vor ihre Mitglieder zu stellen. Jetzt haben sich acht Interessenvertretungen zusammengetan und fordern in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Fachminister Olaf Scholz (Finanzen) und Peter Altmaier (Wirtschaft) Zusatz- und Sonderregelungen für ihre Branche.
Angesichts der massiven Umsatzeinbrüche, die zum Teil aus staatlich verordneten Maßnahmen wie der Absage von Sportereignissen, Messen und Events resultieren, verlangen die Unterzeichner von der Bundesregierung vereinfachte Bonitätsprüfungen, zinsfreie Darlehen, Rückerstattung und Aussetzung von Umsatzsteuerzahlungen für die nächsten zwei Jahre und eine Verlängerung der Insolvenzregelung.


Vor allem in den Bereichen Touristik, Handel, Finanzen und Automobil sei ein Großteil der Umsätze eingebrochen und infolgedessen viele Kampagnen storniert worden. Laut ZAW wurden allein für die Monate April und Mai die Hälfte aller Werbevolumina gestrichen. Über das Gesamtjahr rechnen die Interessenvertretungen für die Kommunikationsbranche mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent.

Vielen Dienstleistern der mittelständisch geprägten Branche drohe die Insolvenz, fürchten die Verbände. Der Famab (Event und Messe) meldet bereits die Zahlungsunfähigkeit eines prominenten Mitglieds, allerdings ohne den Namen zu nennen. Das Unternehmen galt bis vor den Corona-Maßnahmen als wirtschaftlich erfolgreich und strategisch bestens positioniert, sieht nun aber keine andere Möglichkeit, als sich in ein Insolvenzverfahren zu begeben, teilt die Event-Lobby mit.


Neben dem Famab gehören zu den Unterzeichnern des Briefs: ADC, BVDW, CMF, DPRG, GPRA, GWA und OMG. Sie planen, nach Ende des Shutdowns eine große "Re-Start"-Kampagne. Zudem haben sie sich darauf geeinigt, ihr Service- und Informationsangebot in Sachen Corona für die Mitglieder zu bündeln und für die gesamte Branche zu öffnen. Die Verbandsallianz wird von GPRA-Chairman Uwe Kohrs und Lutz Meyer, Inhaber von Meyer & Company, umgesetzt. mam
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats