Corona-Auswirkungen

Publicis will 500 Millionen Euro einsparen

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Publicis-Chef Arthur Sadoun will auf 30 Prozent seines Fixgehalts verzichten
© Arthur Delloyé
Publicis-Chef Arthur Sadoun will auf 30 Prozent seines Fixgehalts verzichten
Nach der britischen Werbeholding WPP hat nun auch der französische Wettbewerber Publicis ein Sparprogramm aufgelegt, um den Auswirkungen der Corona-Krise zu begegnen. Das von CEO Arthur Sadoun geführte Unternehmen will 2020 insgesamt 500 Millionen Euro einsparen. Dazu beitragen sollen unter anderem eine Kürzung der Dividende für die Aktionäre um 50 Prozent sowie eine Kürzung der fixen Vergütung von Aufsichtsrat und CEO um 30 Prozent sowie für Board-Mitglieder um 20 Prozent. Internationale Medien berichten zudem bereits über geplante Entlassungen, zum Beispiel in Großbritannien.
Eine Sprecherin der deutschen Publicis-Gruppe erklärt auf Anfrage, dass die Situation im hiesigen Markt eine andere sei und man keine Entlassungen plane. Finanziell fallen die Unterschiede allerdings nicht sonderlich groß aus. Auf der britischen Insel hat Publicis im 1. Quartal des Jahres 9,6 Prozent seines Umsatzes verloren, in Deutschland 7,1 Prozent.

Auf einen konkreten Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr verzichtet der Konzern angesichts der aktuell unklaren Situation. "Es besteht kein Zweifel, dass wir durch eine beispiellose Gesundheitskrise gehen, die zu der größten Rezession führen wird, an die wir uns erinnern können. Es ist noch zu früh, um die vollständigen Auswirkungen auf unsere Kunden und unser Geschäft vorherzusagen. Daher werden wir keine Prognose abgeben", sagt CEO Sadoun.

Im 1. Quartal hat die Gruppe einen Nettoumsatz von 2,48 Milliarden Euro erzielt. Auf organischer Basis (also ohne Währungseffekte und Akquisitionen) entspricht das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 2,9 Prozent. Am stärksten ging das Geschäft in den ersten drei Monaten in Lateinamerika (minus 10,9 Prozent) und in Europa (minus 9,2 Prozent) zurück. In den USA konnte Publicis um 0,5 Prozent zulegen. Da die Krise dort später angekomen ist, dürfte sich dieses Bild aber schon bald deutlich ändern.

Der Aktienkurs von Publicis war Mitte März auf knapp über 20 Euro eingebrochen, liegt inzwischen aber wieder bei rund 30 Euro. Seit Anfang des Jahres hat der ohnehin schon deutlich abgerutschte Kurs noch einmal fast 30 Prozent an Wert verloren. mam
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