Bewegtbildproduktionen

Sehsucht und Liga 01 fusionieren

Führen das fusionierte Unternehmen gemeinsam: Kreativchef Ole Peters, CEO Pablo Bach und Strategiechef Martin Woelke (v.l.)
© Robert Grischek
Führen das fusionierte Unternehmen gemeinsam: Kreativchef Ole Peters, CEO Pablo Bach und Strategiechef Martin Woelke (v.l.)
Die Produktionsfirmen Sehsucht und Liga 01 reagieren mit einer Fusion auf die dynamischen Veränderungen im Bewegtbildmarkt und treten künftig einheitlich unter dem Namen Sehsucht auf. Beide Dienstleister waren in der Vergangenheit ähnlich aufgestellt mit einem starken Fokus auf Motion Design, CGI und Visual Effects. Vor diesem Hintergrund lag es laut Pablo Bach, CEO des neu aufgestellten Unternehmens, nahe, die Kräfte zu bündeln, um binnen kurzer Zeit nicht nur in Deutschland, sondern europaweit zu einer relevanten Größe in einem sich stark wachsenden und wandelnden Markt zu werden.

Der Zusammenschluss sei aus einer Position der Stärke heraus entstanden, erklärt Bach. Natürlich gäbe es an der einen oder anderen Stelle Konsoliderungseffekte, aber grundsätzlich wolle das Unternehmen, das ab sofort in Hamburg, München und Berlin vertreten ist, weiter expandieren. Es seien sogar Standorte im europäischen Ausland denkbar. Der Gründer von Liga 01 steht als CEO an der Spitze von Sehsucht, während der ursprüngliche Sehsucht-Gründer Martin Woelke die organisatorische und strategische Steuerung des Unternehmens übernimmt. Dessen langjähriger Partner Ole Peters hat als Partner die übergeordnete Kreativleitung inne. Woelke stellt fest: "Wir erleben ein größer werdendes Interesse an hochkarätiger Designleistung in Verbindung mit ,German Engineering’. Die Fusion mit Liga 01 kommt deshalb genau zur richtigen Zeit, um gemeinsam mit unseren Kunden neue interaktive Kommunikationsangebote sowohl in klassischen Filmformaten als auch in den Bereichen VR, AR und XR zu entwickeln."



Weder Sehsucht noch Liga 01 hatten sich in der Vergangenheit am Umsatzranking der Werbefilmer beteiligt und wollen auch jetzt keine konkreten Zahlen nennen, weil ihr Geschäftsfeld mit starkem Fokus auf computergenerierten Bildern nicht direkt vergleichbar ist mit dem einer klassischen Produktionsfirma. Mit ihrem gemeinsamen Umsatz würde das fusionierte Unternehmen im oberen Mittelfeld landen. Rein von der Mitarbeiterzahl gehört Sehsucht zu den größten Playern im Markt. 80 Mitarbeiter arbeiten hier in Bereichen wie Design, Grafik, Animation und Produktion. Das Portfolio des Unternehmens reicht von der Entwicklung komplexer Charakter-Animationen bis hin zu aufwendigen VFX- und Live-Action-Filmen, wobei das Zusammenspiel zwischen anspruchsvoller Kreation und Umsetzung auf höchstem technischen Niveau stets einen besonderen Stellenwert hat.

Anders als beispielsweise Wettbewerber Mackevision arbeitet Sehsucht primär mit Kreativagenturen zusammen und weniger im direkten Auftrag von Industriekunden. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die Tatsache, dass immer mehr Agenturen Inhouse-Produktionen aufbauen, sieht Bach als Chance: "Wenn es um Highend-Produktionen geht, werden die Agenturen auch in Zukunft outsourcen. Hier sehen wir uns als wichtiger Partner und wollen verstärkt Schnittstellen zu den Agenturen schaffen."


Rechtlich ist der Zusammenschluss bereits über die Bühne. Ab 1. Dezember treten die Unternehmen unter dem einheitlichen Namen Sehsucht auf. Es gab durchaus Überlegungen für einen Marken-Relaunch samt neuem Namen, letztlich habe man sich jedoch dafür entschieden, das etablierte Label Sehsucht beizubehalten, zumal es vor allem international bekannter ist als Liga 01. bu

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