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Ketchum Pleon macht das Berliner Büro dicht

Sabine Hückmann muss bei Ketchum Pelon weiter aufräumen
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Sabine Hückmann muss bei Ketchum Pelon weiter aufräumen
Die PR-Agentur Ketchum Pleon ist ab Januar 2019 nicht mehr in Berlin vertreten. Wie CEO Sabine Hückmann bestätigt, wird der Geschäftsbetrieb Ende Dezember dieses Jahres eingestellt. Betroffen von der Entscheidung sind knapp 20 Mitarbeiter. Von ihnen wird sich die BBDO-Tochter trennen. Auch an den Standorten München, Frankfurt und Düsseldorf kommt es zu Stellenstreichungen. Damit geht ein wenig erfreuliches Jahr für das ehemalige PR-Flaggschiff zu Ende.
Über die Schließung der Hauptstadtniederlassung hatte zuerst der PR-Report berichtet. Das Berliner Büro von Ketchum Pleon (und dessen Vorgängeragenturen) gehörte einst zu den führenden Adressen im Bereich Public Affairs und politische Kommunikation. Um das Geschäft in diesem Bereich kümmerten sich erfahrene Experten wie Jörg Ihlau, Peter Strieder und Cornelius Winter. Zuletzt verantwortete Anja Rechtsteiner den Standort. Sie kam erst im Frühjahr von Wettbewerber Fischer-Appelt zu Ketchum Pleon.


Nach dem Aus in der Hauptstadt steht die Agentur ohne eigenes Angebot für Public Affairs und politische Kommunikation da. Sollte es Bedarf geben, Kunden in diese Bereich zu unterstützen, will man mit der Omnicom-Schwesteragentur Fleishman-Hillard kooperieren. Der wichtige Etat des Kunden Deutsche Bahn, der ebenfalls vom Berliner Büro betreut wurde, soll künftig vom Ketchum-Pleon-Standort in Dresden geführt werden. Was aus den anderen verbliebenen Mandaten wird, muss man abwarten.

Fest steht, dass 2018 wieder kein gutes Jahr für die Gruppe wird. CEO Hückmann, seit dem Frühjahr im Amt, hat alle Hände voll damit zu tun, die Agentur wieder in Schwung zu bringen. Sie übernahm seinerzeit die Führung von der glücklosen Vorgängerin Victoria Wagner. Im PR-Agenturranking für das Jahr 2017 rangiert Ketchum Pleon mit einem Umsatzminus von mehr als 5 Prozent und einem Gross Income von rund 46 Millionen Euro auf Platz 3.


Eine Verbesserung ist nicht in Sicht, denn Wachstum dürfte dieses Jahr kaum erzielt worden sein. Um das Geschäft wieder anzukurbeln, setzt Hückmann vor allem auf eine engere Zusammenarbeit mit anderen Agenturen aus der Omnicom-Gruppe. Ausbauen will sie das Geschäft in Bereichen wie Energie, Industrie, Technologie, Transport und Digital Health. mam
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