Award Shows

Corona-Aus für HORIZONT-Kreativranking

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Dieses Jahr wollen viele Agenturen ihre Teilnahme an Award Shows zurückfahren oder ganz stoppen - bei den Events, die in den kommenden Wochen stattfinden, werden die Gewinner ohnehin nur virtuell gefeiert und nicht wie sonst auf der großen Bühne
© Cannes Lions
Dieses Jahr wollen viele Agenturen ihre Teilnahme an Award Shows zurückfahren oder ganz stoppen - bei den Events, die in den kommenden Wochen stattfinden, werden die Gewinner ohnehin nur virtuell gefeiert und nicht wie sonst auf der großen Bühne
Die Corona-Krise wirft ihren Schatten auf die internationale Kreativszene: Mehrere Holding-Companies und Agenturen haben bereits angekündigt, dass sie ab sofort ihr Engagement bei Award Shows einstellen wollen. Angesichts von Auftragsstornierungen, Kurzarbeit, Einstellungsstopps und drohenden Kündigungen fühlt es sich für sie in diesem Jahr verständlicherweise nicht richtig an, Millionenbeträge in die Teilnahme von Werbefestivals zu stecken.
Andere Marktteilnehmer werden sich dagegen nur noch mit ausgewählten Arbeiten an wichtigen Shows beteiligen, weitere Firmen wollen erst im Laufe des Jahres entscheiden, wie sie mit dem Thema umgehen. WPP hat für sich und seine Agenturen bereits einen Total-Ausstieg verkündet. In Deutschland hat Ralf Heuel, Kreativchef von Grabarz & Partner, eine Diskussion angestoßen, um anzuregen, den Umgang mit Kreativwettbewerben in diesem Jahr grundlegend zu überdenken.


Noch haben nicht alle eine finale Entscheidung dazu getroffen. Aber es steht in jedem Fall jetzt schon fest, dass in den kommenden Monaten kein faires Wettrennen um die kreative Krone stattfinden kann. Deshalb hat sich HORIZONT entschieden, auf seinen Kreativradar, der die kreative Performance der deutschen Agenturen kontinuierlich dokumentiert, zu verzichten. Auch wird es am Ende des Jahres kein Kreativranking geben. Ein Ranking würde ein völlig verfälschtes Bild abgeben, weil viele relevante Player fehlen oder auf halber Strecke zurückgerudert sind. HORIZONT nimmt das Jahr 2020 stattdessen zum Anlass, sein Ranking zu überprüfen und die Bewertung der Wettbewerbe zu evaluieren, um im nächsten Jahr ein umso relevanteres Ranking zu präsentieren.

Der Verzicht auf den Kreativradar beziehungsweise das Kreativranking bedeutet für HORIZONT keineswegs eine Abkehr von Award Shows und der Berichterstattung darüber. Sie sind wesentlicher Bestandteil der Werbebranche, Treiber für herausragende Kreativideen und nicht wenige Kreative verdanken ihren beruflichen Erfolg den zahlreichen Nägeln, Löwen und anderen Statuen, die sie im Laufe ihrer Karriere gewonnen haben. Internationale und nationale Shows wie die One Show, ADC Global und der Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland finden dieses Jahr trotz Corona statt, wenn auch größtenteils nur nur als virtuelle Events.


Der Einsendeschluss für diese und einige andere Kreativwettbewerbe liegt teilweise schon Wochen zurück und damit vor der Zeit als die Agenturen ihr Engagement bei diesen Events überdacht haben. Deshalb wird HORIZONT auch weiterhin über die Ereignisse und ihre Ergebnisse berichten. Das gilt auch für Cannes Lions, die auf den 26. bis 30. Oktober verschoben wurden. Ein Jahr ohne Kreativranking bedeutet nicht, dass es ein Jahr ohne kreative Highlights wird. Die besten Kampagnen und ihre Macher werden wie gewohnt bei HORIZONT und HORIZONT Online gebührend gewürdigt. bu

Update vom 3. April: Die Cannes Lions 2020 sind mittlerweile ganz abgesagt worden. Das teilte der Veranstalter Ascential am heutigen Freitag mit. Nächstes Jahr findet das International Festival of Creativity vom 21. bis 25. Juni statt. Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 15-16/2020, die am Donnerstag, den 9. April erscheint.
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