Arbeitszeitmodell

Warum Jobsharing in Agenturen bislang kaum verbreitet ist

Tandemploy-Gründerinnen: Jana Tepe und Anna Kaiser (v.l.)
© Tandemploy
Tandemploy-Gründerinnen: Jana Tepe und Anna Kaiser (v.l.)
Immer mehr Menschen wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit und flexible Arbeitszeiten, damit sie mehr Zeit für sich und ihre Familie haben. Eine Lösung könnte Jobsharing sein: ein Job, zwei Mitarbeiter. Doch noch ist dieses Arbeitszeitmodell ein Randphänomen, auch in der Agenturbranche. Das bestätigen auch die beiden Gründerinnen von Tandemploy Jana Tepe und Anna Kaiser im Interview mit HORIZONT Online. Doch langsam findet ein Kulturwandel statt.
Tandemploy, 2013 gegründet, gilt als Vorreiter beim Thema New Work. Angefangen haben Tepe und Kaiser mit einer Jobsharing-Plattform. Heute bringe die Berlinerinnen Kollegen innerhalb von Firmen für verschiedene Projekte, Arbeitsmodelle und Kollaborationsformen zusammen. Und sie leben selbst vor, was sie nach außen hin predigen.

Im Gespräch mit HORIZONT Online erklären die beiden unter anderem, warum gerade in Agenturen Jobsharing bislang kaum verbreitet ist, welches die größten Hürden für ein Unternehmen sind, sich für ein solches Modell zu öffnen und welche Voraussetzungen man selbst mitbringen muss, um in einem Tandemjob erfolgreich - und auch glücklich - zu sein.

Frau Tepe, mein Eindruck ist, dass sich mittlerweile zwar viele Unternehmen auf die Fahnen schreiben, im Bereich New Work zu investieren. Meist bleibt es aber beim Kickertisch und der Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten. Täusche ich mich? Jana Tepe: Nein, das beobachten wir auch. Oftmals sind die Anstrengungen nur kosmetischer Natur. Aber die Zahl der Unternehmen, die das Thema New Work fundamental angehen, steigt. Es findet ganz langsam ein Kulturwandel statt. 

Mit Tandemploy wollen Sie dazu beitragen und haben eine Software entwickelt, die Unternehmen eine bessere interne Vernetzung und auch das Arbeitszeitmodell Jobsharing nach vorne bringen soll. Warum? Tepe: Vor allem große Firmen ab etwa 600 Mitarbeitern sind immer noch sehr hierarchisch organisiert. Es gibt zahlreiche Silos und viele wissen gar nicht, was ihre Kollegen tun oder wo es im Unternehmen Experten für bestimmte Themen gibt. Wir wollen Mitarbeiter vernetzen sowie Kollegen für Aufgabenbereiche oder Projekte zusammenbringen und dazu beitragen, dass sich Organisationen strukturell öffnen.

Quasi ein Business-Tinder für Unternehmen. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen? Anna Kaiser: 2013 arbeiteten wir zusammen bei einer Berliner Personalberatung. Eines Tages flatterte uns eine Bewerbung für die Stelle einer Personalleitung auf den Tisch. Das Besondere daran:

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