Aimaq von Lobenstein/Saint Elmo's

André Aimaq steigt aus / Agenturen werden zusammengelegt

André Aimaq verlässt AvL/Saint Elmo's spätestens zum Jahresende
© AvL
André Aimaq verlässt AvL/Saint Elmo's spätestens zum Jahresende
Die Agenturmarke Aimaq von Lobenstein verschwindet vom Markt. Die nach einem positiv abgeschlossenen Schutzschirmverfahren seit 2017 unter dem Dach von Saint Elmo's agierende Firma wird mit der Muttergesellschaft aus der Serviceplan-Gruppe zusammengelegt. Der Schritt findet ohne Co-Gründer André Aimaq statt, der die Agentur spätestens zum Jahresende verlassen wird.
Der 51-Jährige hatte die Berliner Agentur 1998 mit seinen damaligen Geschäftspartnern unter dem Namen Aimaq Rapp Stolle gegründet. Mit Kunden wie Nike und MTV konnten sie sich schnell einen Namen in der Kreativszene machen. Ein besonders großer Erfolg war der Gewinn des Versicherungskunden Ergo im Jahr 2010. Der Verlust dieses Kunden vier Jahre später führte dann aber fast zum Aus für die inzwischen unter Aimaq von Lobenstein (AvL) firmierende Agentur. Der frühere Chef von Saatchi & Saatchi, BBDO und TBWA Hubertus von Lobenstein hatte sich Mitte 2011 mit Aimaq zusammengetan. Die hohen Erwartungen an diese Partnerschaft erfüllten sich allerdings nicht. AvL musste in ein in Eigenregie durchgeführtes Insolvenzverfahren, aus dem die Firma Anfang 2017 als Tochter von Saint Elmo's und damit der Serviceplan-Gruppe hervorging.


Seither firmierte die Agentur unter dem Namen AvL/Saint Elmo's. Jetzt erfolgt die offizielle Fusion beider Firmen. Künftig tritt man nur noch unter dem Namen Saint Elmo's Berlin auf. Nach dem Ausstieg von Aimaq stehen sein bisheriger Geschäftspartner von Lobenstein und Saint-Elmo's-Manager Kevin Prösel an der Spitze. Um die Kreation kümmert sich Executive Creative Director Jan Lucas. "Es ist langfristig sinnvoller, zwei Agenturen, die jetzt schon in Berlin unter einem Namen kooperieren, zu einer Einheit zu verschmelzen. Gleichzeitig ist dies auch der perfekte Zeitpunkt für mich, um nach 20 Jahren den Staffelstab weiterzureichen", sagt Aimaq.

Der Agentur will der renommierte Kreative weiterhin für ausgewählte Projekte zur Seite stehen. So betreut er unter anderem den Kunden Audi. Das soll auch nach seinem Ausstieg so bleiben. Wo und in welcher Konstellation es für ihn weitergeht, ist allerdings noch offen. Der Vertrag mit seinem bisherigen Arbeitgeber läuft bis Februar, Aimaq wird sich aber bis zum Jahresende schrittweise zurückziehen. Aus der Geschäftsführung ist er bereits ausgeschieden. Bevor er sich 1998 selbstständig machte, war er für namhafte Agenturen wie Springer & Jacoby, Baader Lang Behnken und Ogilvy tätig. mam
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