Agentur statt Inhouse-Abteilung

Mediacom gewinnt internationalen Marc O’Polo-Etat

Topmodel Anna Ewers ist das Gesicht der Marc O'Polo-Kampagne
© Marc O'Polo
Topmodel Anna Ewers ist das Gesicht der Marc O'Polo-Kampagne
Mit der Ankündigung, Teile des Mediageschäfts ins eigene Unternehmen zu verlagern und entsprechende Inhouse-Abteilungen aufzubauen, haben große Werbespender wie  Procter & Gamble und die Deutsche Telekom für große Unruhe bei den Mediaagenturen gesorgt. Doch es geht auch anders herum. Aktuelles Beispiel ist Marc O’Polo. Die Fashion-Brand hatte sich die letzten vier Jahre selbst um Mediaplanung und -einkauf gekümmert. Jetzt übernimmt Mediacom.

Mediacom ist ab sofort in sechs Ländern für die Entwicklung der Mediastrategie von Marc O’Polo zuständig. Zudem übernimmt die Agentur aus WPPs Media-Holding Group M die Mediaplanung und den Einkauf. Der Etatvergabe ging ein Pitch voraus, bei dem sich Ende 2018 Mediacom gegen mehrere Wettbewerber durchgesetzt hat.



Die Entscheidung, vom Mediageschäft künftig die Finger zu lassen und einen externen Dienstleister zu beauftragen, begründet Marc O’Polo mit der "steigenden Komplexität der Medienlandschaft" und der eigenen Wachstumsstrategie. Die Aufgabe von Mediacom sei es,  das Thema ganzheitlich über alle Mediengattungen anzugehen sowie kanalübergreifend alles aus einer Hand abzudecken. "Wir setzen immer stärker auf Digital und Paid Social, letztendlich ist es aber ein ausgewogener Mediamix inklusive Print und Out of Home", sagt ein Sprecher auf Nachfrage von HORIZONT Online.
Für Mediacom ist Marc O’Polo nur einer von zuletzt vielen Neukunden. Laut dem aktuellen RECMA-Ranking hat die Agentur im vergangenen Jahr satte 1515 Etats verteidigt und mit Neukunden unter dem Strich knapp 1,5 Milliarden US-Dollar an Umsatz hinzugewonnen. Damit liegt Mediacom im Neugeschäftsranking deutlich vorn, gefolgt von Spark Foundry, OMD und Initiative.

Mit dem Bekleidungshersteller Marc O’Polo, der laut Nielsen im Jahr 2018 hierzulande knapp 3,2 Millionen Euro in Werbung investierte, kommt nun noch ein weiterer namhafter Kunde dazu. Die Zusammenarbeit ist bereits gestartet. So ist Mediacom für die Schaltung der Frühjahrs- und Sommerkampagne mit Topmodel Anna Ewers und Julian Schneyde verantwortlich. Die Motive wurden von Alasdair McLellan fotografiert. 


Obwohl der Inhouse-Trend nach wie vor anhält, ist Marc O’Polo nicht das einzige Unternehmen, das sein Mediageschäft in letzter Zeit an einen externen Dienstleister ausgelagert hat. So hat der Homeshopping-Anbieter HSE24 erst kürzlich seinen Etat an Mediaplus vergeben. Zuvor hatte sich das Unternehmen selbst um Media gekümmert. Auch die Deutsche Bahn, bei der bislang vor allem die Inhouse-Agentur Media & Buch mit Sitz in Kassel am Ruder war, setzt offenbar künftig stärker auf externe Dienstleister, wie der Ende November gestartete europaweite Pitch zeigt. mas

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